Gemeinsam durch eine schwere Zeit

Vorarlberg / 13.10.2015 • 18:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Ergotherapie ist eine von insgesamt acht Disziplinen, die bei der neurologischen Reha ins Spiel kommt. Foto: Vn/steurer
Die Ergotherapie ist eine von insgesamt acht Disziplinen, die bei der neurologischen Reha ins Spiel kommt. Foto: Vn/steurer

Vorarlberg setzt bei Schlaganfallpatienten auf eine wohnortnahe Rehabilitation.

Bregenz. (VN-mm) Rund 4,8 Millionen Euro haben Land und Gemeinden im vergangenen Jahr über den Sozialfonds für die Rehabilitation von Schlaganfallpatienten und Menschen mit Schädel-Hirn-Trauma aufgebracht. Damit wird in erster Linie die ambulante Versorgung der Betroffenen und ihrer Angehörigen finanziert.

Selbstständigkeit im Alltag

Träger des Angebots sind die Sozialmedizinische Organisation (SMO) und die aks gesundheit. Im Pressefoyer nach der Regierungssitzung betonten Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser und Gesundheitslandesrat Christian Bernhard anlässlich des bevorstehenden Weltschlaganfalltags (29. Oktober) die Wichtigkeit einer wohnortnahen Therapie. „Wenn es gelingt, Betroffenen wieder Selbstständigkeit im Alltag zu vermitteln, hat die Reha ihr Ziel erreicht“, brachte SMO-Geschäftsführer Peter Girardi das Hauptaugenmerk der ambulanten Tätigkeit auf den Punkt.

Dritthäufigste Todesursache

Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in den westlichen Industrienationen. In Österreich gibt es jährlich etwa 20.000 Betroffene, davon rund 1000 in Vorarlberg. Zu den Hauptursachen zählen laut Christian Bernhard das Rauchen, die Zunahme an Herzkreislauferkrankungen, die ebenfalls als Risikofaktor für Schlaganfall gelten, sowie Stress. In jedem Fall aber sei schnelles Handeln wichtig. Seit 2014 besteht im Landeskrankenhaus Feldkirch eine sogenannte Stroke Unit, die eine nach internationalen Erkenntnissen optimierte Schlaganfallbehandlung ermöglicht. Bis dato wurden dort 352 Patienten behandelt. Auch die internen Abteilungen der anderen Krankenhäuser therapieren Schlaganfälle. Die Ärzte sind im „Schlaganfall-Netzwerk Vorarlberg“ zusammengeschlossen. Auch sie behandeln nach dem jeweils neuesten Stand des medizinischen Wissens.

Gemeinsame Ziele

Nach der Akutphase sollte es so schnell wie möglich in die ambulante Rehabilitation gehen. In Vorarlberg gibt es eine solche bereits seit vierzig Jahren. Seit dreißig Jahren ist die SMO in diesem Bereich aktiv. Sie gilt als Pionier in der ambulanten und tagesklinischen Reha im Land. „Der Schlaganfall ist der häufigste Grund für eine Behinderung“, führte Peter Girardi aus. Doch nicht der Mangel steht im Fokus der Rehabilitation, sondern das, was der Patient noch kann. Erfolgsentscheidend sei außerdem, dass die Therapieziele mit dem Betroffenen und seinen Angehörigen gemeinsam vereinbart werden. Neben der Einzeltherapie misst Girardi auch der Gruppentherapie eine besondere Bedeutung bei. Die Erfahrung anderer motiviere zusätzlich.

Daneben hat die ambulante Reha auch einen volkswirtschaftlichen Nutzen, weil sie deutlich billiger kommt als ein stationärer Aufenthalt.

Fakten 2014

» 1638 Personen betreute die SMO

» 700 davon waren Patienten mit Schlaganfall

» 404 Personen waren zwischen 66 und 75 Jahre alt

» 116 Betroffene waren zwischen 36 und 45 Jahre alt

» 688 Personen waren bei der aks gesundheit in Therapie