Illegale Bewohner in Nenzinger Wald

13.10.2015 • 17:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bis zu 50 Rumänen, darunter auch einige Kinder, hausen in der „Zeltstadt“ in Beschling. Fotos: Burtscher
Bis zu 50 Rumänen, darunter auch einige Kinder, hausen in der „Zeltstadt“ in Beschling. Fotos: Burtscher

Bettlerlager in Beschling bringt Gemeindeverantwortliche auf die Barrikaden.

Nenzing. (VN-sas) Die Verantwortlichen der Marktgemeinde Nenzing wissen nicht weiter. Seit vier Monaten sieht sich die Kommune beim Illdamm in Beschling mit ungebetenen Gästen konfrontiert: Was mit einem kleinen, sich aus etwa 20 Personen zusammensetzenden „Lager“ begann, hat sich zu einer Zeltstadt mit knapp 50 Personen aus Rumänien entwickelt. „Die Personen leben tatsächlich dort, haben Zelte errichtet, entsorgen ihren Müll illegal im Auwald und verrichten dort ihre Notdurft. Regelmäßig werden auch Lagerfeuer angezündet“, schildert Werner Burtscher (52), Mitglied der Agrargemeinschaft Beschling, die Situation. „Die Zustände sind katastrophal. So geht ein schönes Naherholungsgebiet zugrunde“, betont der Nenzinger.

Über 30 Anzeigen

Besonders brisant: Die Rumänen hausen auf dem Grundbesitz der Agrargemeinschaft Beschling. „Und trotz mehr als 30 Anzeigen von Spaziergängern bei der Polizei und dem Grundbesitzer bei der BH Bludenz sind uns die Hände gebunden. Als Grundbesitzer hat man diesbezüglich offenbar gar keine Rechte“, ärgert sich Burtscher. Auch die Kontaktaufnahme mit den zuständigen Landesräten sei bisher erfolglos geblieben.

„Eine einzige Katastrophe“

„Die hygienischen Zustände sind in der Tat eine einzige Katastrophe“, bestätigt Bürgermeister Florian Kasseroler. „Mehrmals in der Woche müssen unsere Bauhof-Mitarbeiter auf Kosten der Allgemeinheit Unrat entsorgen. Ich als Bürgermeister bin verwundert, dass 50 Personen einfach so einen fremden Wald beschlagnahmen können. Von außen betrachtet gibt einem das den Eindruck, dass der Rechtsstaat hier an seine Grenzen stößt“, macht das Gemeindeoberhaupt seinem Ärger Luft. „Seit zwei Monaten sind wir intensiv damit beschäftigt, sie aus dem Wald herauszubekommen“, sagt Gemeindesekretär Hannes Kager. Aber statt besser sei die Situation nur schlimmer geworden.

„Zwar sind Dutzende Strafverfügungen da und manche auch bereits vollstreckt worden. Soziale Institutionen haben gegen die Strafbescheide der BH aber Berufung eingelegt. Das heißt, die Causa geht erst an das Landesverwaltungsgericht und bis die Strafe vollstreckt werden kann, kann es Monate dauern.“ Überhaupt hat Kager das Gefühl, „dass ihnen die Anzeigen schlichtweg egal sind“. Auch werde täglich kollektiv mit dem Bus gen Feldkircher oder Bludenzer Innenstadt gependelt, ohne Ticket. „Und wenn sie aus dem Zug geschmissen werden, steigen sie einfach in den nächsten.“

Vom Land erwarten sich Kasseroler und Kager, „einen Weg zu finden, dass dieser widerrechtliche Zustand so schnell wie möglich ein Ende findet und vor allem die Agrar unterstützt wird. Wir als Gemeinde wissen irgendwann nicht mehr, was wir tun können“.

Mehrmals wöchentlich muss der Müll entsorgt werden.

Mehrmals wöchentlich muss der Müll entsorgt werden.