Konsequent kalkuliert in die Unabhängigkeit

Vorarlberg / 13.10.2015 • 20:03 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nachhaltigkeit ist Melanie und Mario Breuss sehr wichtig.
Nachhaltigkeit ist Melanie und Mario Breuss sehr wichtig.

Familie Breuss aus Zwischenwasser überlässt die Performance der Haustechnik nicht dem Zufall.

Zwischenwasser. Auch wenn er beruflich mit Technik wenig am Hut hat: Im Keller seines Hauses und somit in der Nähe der Schaltzentrale seiner Haustechnik fühlt sich Mario Breuss pudelwohl. Der Familienvater aus Zwischenwasser weiß jederzeit, wie viel Energie sein 2005 erbautes Fertigteilhaus benötigt, wann die Photovoltaikanlage am Dach Höchstleistung bringt oder wie hoch der Wirkungsgrad seiner Wärmepumpe ist.

Der Grund? Schlicht Interesse. „Für mich ist es beruhigend zu wissen, dass unsere Haustechnik zu 100 Prozent funktionstüchtig ist – und das seit mittlerweile zehn Jahren“, erklärt der Polizeibeamte. Erkenne er eine Abweichung in den Zahlen, könne er schnell entgegenwirken. „Wir haben so auch ohne Lüftungsanlage oder dreifach verglaste Fenster extrem niedrige Betriebskosten“, weiß Breuss. Nachhaltigkeit und ökologisches Verhalten seien ihm sehr wichtig. „Es soll sich aber auch finanziell rechnen“, bekräftigt er.

Seine Begeisterung für die Haustechnik nahm vor zehn Jahren mit der Entscheidung, eine Wärmepumpe zu installieren, seinen Anfang. Damals habe er sich zusammen mit anderen Wärmepumpen-Haushalten dazu bereit erklärt, die Messdaten der Anlage zur Analyse der Wirkungsgrade einmal pro Monat an das Land weiterzugeben. „Heute bin ich wohl der einzig Verbliebene, der das nach wie vor macht“, lacht der 37-Jährige aus Zwischenwasser. Immerhin wisse er so, dass seine Wärmepumpe mit einer Arbeitszahl von fast 4,5 eine überdurchschnittlich gute Leistung bringe.

Konkret bedeutet das: Seine Anlage liefert viereinhalb Mal mehr Wärme, als Strom zum Betrieb aufgewendet werden muss. Mit seiner Leidenschaft hat er mittlerweile auch Gattin Melanie angesteckt, die laufend darum bemüht ist, den Stromverbrauch des Vier-Personen-Haushaltes zu reduzieren. Unterstützt wird die Wärmepumpe von einem Schwedenofen, der in der Übergangszeit den Wohnbereich mit angenehmer Wärme beheizt. Für das Warmwasser sorgt allerdings eine acht Quadratmeter große Solar­anlage, die Mario Breuss auf der Südseite des Hausdaches installiert hat.

Doch damit nicht genug. Ein attraktives Kombiangebot der Gemeinde Zwischenwasser hat ihn vor Kurzem zur Installation einer Photovoltaikanlage bewegt. Bereits zwei Wochen nach dem Beratungsgespräch wurde die 7,8-kWp-Anlage errichtet – aufgrund der Solaranlage auf der weniger attraktiven Ost- und Westseite des Daches. „Ich rechne deshalb nur mit einer Leistung von 7,3 kWp“, sagt der Technikbegeisterte. Und trotzdem – das erste Fazit fällt ausgesprochen positiv aus. Zumal Breuss dank spezieller Messgeräte auch bei seiner PV-Anlage zu jeder Zeit im Überblick hat, wann, wo und wie viel Strom in seinem Haushalt verbraucht wird.

Nächste Anschaffung

Bis zu 50 Prozent des produzierten Stromes – je nach Auslastung – nutzen er und seine Familie für den Eigenbedarf, der Rest wird ins VKW-Netz eingespeist. Zumindest vorläufig. Denn Breuss liebäugelt bereits mit der nächsten Anschaffung – einem Elektro- oder Hybridauto. „Auch wenn ich selbst mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit komme; unser Auto benötigt doppelt so viel Energie wie unser Haus. Das ist paradox“, ärgert er sich.

Die Vorstellung, das Familienauto fortan mit dem selbst erzeugten Strom zu speisen, gefalle ihm da deutlich besser.

„Best Practice“ ist eine redaktionell unabhängige Serie der VN mit Unterstützung der Landesregierung.