Boden sichern, Ackerbau forcieren

14.10.2015 • 18:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Studienautorin Weber sieht Umwidmungen als Bedrohung für die Landwirtschaft.  VN/Hartinger
Studienautorin Weber sieht Umwidmungen als Bedrohung für die Landwirtschaft. VN/Hartinger

Bodenstudie läutet Paradigmenwechsel der Landwirtschaftskammer ein.

Hard. (VN-gms) Täglich gehen der Vorarlberger Landwirtschaft 2,5 Hektar Land für Siedlungs- und Verkehrszwecke verloren, gleichzeitig gibt es einen Widmungsüberhang von 33 Prozent der Bauflächen. Diese Zahlen präsentierte Prof. Gerlind Weber bei einer Pressekonferenz der Vorarlberger Landwirtschaftskammer. Bereits im Frühjahr hatte sie auf die Probleme der Zersiedelung im Rahmen eines Vortrags zum VN-Klimaschutzpreis aufmerksam gemacht. Nun präsentierte die Raumordnungsexpertin eine Studie, die sie für die Landwirtschaftskammer im Rahmen des UN-Jahres des Bodens erstellt hat.

Die Ergebnisse der Studie bestätigen vieles, was bereits diskutiert wird. Die Zersiedelung im Land gefährdet die bäuerlichen Anbauflächen und muss gestoppt werden. Ziel müsse es sein, erschlossene Gebiete zu bebauen und weitere Umwidmungen hintanzustellen. Zudem sei auch die bäuerliche Struktur im Land zu hinterfragen: Während es beim Grünland einen Überhang gibt, ist beim Ackerbau und Obst- und Gemüsebau zu wenig Fläche vorhanden.

Ackerflächen sichern

Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger (49) kündigt auf Grundlage der Studie umfassende Maßnahmen an: „Die Kammer wird sich für eine Änderung des Raumplanungsgesetzes stark machen.“ Es soll, nach Vorbild von Oberösterreich und Salzburg, eine Vorrangwidmung für ertragreiche Böden geben, um diese vor Umwidmungen besser zu schützen. Bisher würden die Freiflächen von der Politik oft als Restflächen betrachtet, so Moosbrugger, zukünftig soll eine Bestflächengarantie die ertragsreichsten Böden sichern. Moosbrugger kritisiert in diesem Zusammenhang die Neuwidmung für ein Betriebsgebiet in Ludesch, bei dem Grundstücke aus der Grünzone herausgenommen und umgewidmet wurden. So etwas solle in Zukunft verhindert werden. Es gehe nicht an, dass bei der Abwägung Landwirtschaft gegen Arbeitsplätze die besten Böden auf der Strecke blieben.

„Die Erzeugung von Obst und Ackerfrüchten muss forciert werden“, kündigt Moosbrugger weiters an. Es sei notwendig, den Landwirten die Chancen der pflanzlichen Produktion aufzuzeigen und die Abnahmesicherheit herzustellen. Es werde aber zu keiner Abkehr von der Viehwirtschaft kommen, viel mehr gehe es um ein Sowohl-als-auch der Produktionsformen.