Alpenstadt mit sportlichen Plänen

Vorarlberg / 15.10.2015 • 22:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Machen sich für das neue Eissportzentrum stark: Reinhard Poller, Manfred Heinzelmaier, ÖRV-Präsident Michael Bielowski und Markus Prock.

Machen sich für das neue Eissportzentrum stark: Reinhard Poller, Manfred Heinzelmaier, ÖRV-Präsident Michael Bielowski und Markus Prock.

Bludenzer Politiker zeigen sich investitionsfreudig: Rodelbahn und Val Blu Neu sollen kommen.

Bludenz. (VN-sas) Die Bludenzer Stadtvertreung behandelte gestern Abend sportliche Themen. Bürgermeister Mandi Katzenmayer wollte in der Sitzung nicht nur den Grundsatzbeschluss über den Bau einer Kunsteisrodelbahn in Bludenz-Hinterplärsch fällen, sondern auch über die Zukunft des städtischen Bads Val Blu abstimmen. Beide Projekte fanden mehrheitlich Zustimmung.

Vor mehr als fünf Jahren wurde das rund 6,6 Millionen Euro teure Eissportzentrumprojekt erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Bisher scheiterte die Umsetzung immer an der Finanzierung. Ursprünglich war eine Drittelfinanzierung (Bund, Land, Stadt) angedacht. Nun haben sich die Rahmenbedingungen zugunsten der Alpenstadt geändert: Bludenz soll nur mehr für ein Sechstel der Kosten aufkommen (1,1 Millionen Euro), die verbleibenden 1,1 Millionen Euro sollen via Sonderfinanzierung vom Land übernommen werden. Auch würde sich der Österreichische Rodelverband verpflichten, die Kunsteisbahn 15 Jahre lang zu betreiben.

„Medaillenschmiede“

„Wir sind bereit, das volle wirtschaftliche Risiko zu tragen und wollen damit dem Rodelsport in Vorarlberg wieder den Stellenwert geben, den er früher bei uns hatte“, betont Michael Bielowski, Präsident des Österreichischen Rodelverbands. „Es ist unumgänglich, diese Bahn zu realisieren, sonst wird der Sport hier bald nicht mehr existieren“, macht sich auch der ehemalige Rennrodler Markus Prock für die Investition stark. „Jungtalente im Land sind vorhanden, derzeit zwei Sportler im Nationalteam sowie vier Sportler im Junioren-Nationalkader“, will der ehemalige Nationalteamrodler Manfred Heinzelmaier nicht unerwähnt wissen. Die künftige „Medaillenschmiede“ solle neben sportbegeisterten Kindern und Jugendlichen auch Schulen und Touristen anziehen.

Vizebürgermeister Mario Leiter will ebenfalls ein positives Zeichen in Richtung Vital- und Sportstadt Bludenz setzen: „Der Grundsatzbeschluss wird von der Liste Mario Leiter unter der Bedingung mitgetragen, dass die vorgelegte Finanzierung garantiert wird und die Rodelbahn auch Schulen aus Bludenz und Umgebung offensteht“, so der SPÖ-Politiker. Nicht zuletzt würde die Bahn auch dem Rodelclub Sparkasse Bludenz mit 900 Mitgliedern zugute kommen. Auch Joachim Weixlbaumer (FP) steht hinter dem Projekt: „Wenn wir Bludenz weiterentwickeln wollen, muss man gewillt sein, Geld in die Hand zu nehmen. In meinen Augen bietet dieses Projekt in sportlicher, touristischer wie wirtschaftlicher Hinsicht neue Möglichkeiten.“ Die Offene Liste zog ihren Antrag über eine Volksabstimmung in der Sitzung wieder zurück. Auch die Generalsanierung des Freibads Val Blu soll kommendes Jahr in Angriff genommen werden: Diese soll laut Bürgermeister Katzenmayer 5,7 Millionen Euro kosten. Für die Jahre 2017 bis 2020 wären auch die Erweiterung der Saunalandschaft sowie des Hallenbads vorstellbar: Hierfür müsste die Stadt weitere 3,5 Millionen Euro in die Hand nehmen. „Auch dahinter stehen wir“, so Weixlbaumer. „Wenn Bludenz ein Freibad will, müssen wir es sanieren. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt.“ Auch die SPÖ steht zur Erhaltung des Freibads: „Die Investitionen dürfen aber nicht isoliert betrachtet werden, da auch Projekte etwa in Sachen Bildung auf der Agenda stehen.“