Pflegevertreter gegen Pflegelehre

Vorarlberg / 15.10.2015 • 19:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wer das Pflegepersonal ausbilden soll, ist die Frage. Foto: DS
Wer das Pflegepersonal ausbilden soll, ist die Frage. Foto: DS

Der Landesverband für Gesundheits- und Krankenpflege fordert Mitsprache ein.

Schwarzach. (VN-mm) Die Diskussionen um die Einführung einer Pflegelehre sind weitgehend verstummt, seit Gesundheitslandesrat Christian Bernhard angekündigt hat, beim Bund einen Schulversuch beantragen zu wollen. In diese Ruhe hinein platzt jetzt die Berufsvertretung der Pflege im Land. Sie fühlt sich übergangen und bemängelt, dass ihre Meinung zu diesem Thema nicht eingeholt wurde. „Wir, die ­Fachexperten der Gesundheits- und Krankenpflege, stimmen zu, dass aufgrund der demografischen Entwicklung Personen für den Pflegeberuf gewonnen werden müssen“, schreibt die Landesvorsitzende, Beate Halbeisen, in einem an zahlreiche Stellen gerichteten Brief.

Die Pflegeausbildung selbst müsse aber weiterhin den Fachleuten obliegen. Nur so könne die Qualität erhalten und weiterentwickelt werden. Statt einen zusätzlichen Ausbildungs- und Berufszweig in der Pflege zu etablieren, solle die Bewerbung des Berufsbildes im geplanten Ausbildungssystem unterstützt werden. Zudem wollen sie als Experten in der das Berufsbild betreffenden Diskussion mitreden.

Intensive Betreuung

Was die Einstiegsmöglichkeiten in den Pflegeberuf für Jugendliche ab 15 Jahren angeht, halten die Vertreter des Landesverbandes fest, dass bei der künftigen Pflegefachassistenzausbildung das Einstiegsalter bereits beim 16. Lebensjahr liege. „Wir stellen immer wieder fest, dass die Schülerinnen und Schüler der Krankenpflegeschulen in pflegerischen Alltagssituationen an ihre Grenzen stoßen“, berichtet Beate Halbeisen. Für die Ausbildner in der Praxis bedeute das eine intensive Betreuung und Begleitung der jungen Leute, damit sie solche Situationen verarbeiten können und die Freude am Beruf nicht verlieren. Dieser massive Zeitaufwand habe bisher noch in keinem Stellenplan eine Berücksichtigung gefunden, merkt Halbeisen kritisch an. Noch jüngere Auszubildende würden noch mehr Zeit erfordern, was wiederum zulasten der Patienten gehe.

Nach Meinung der Pflegevertreter darf bei der Rekrutierung von Personal der Fokus nicht nur auf Jugendliche, sondern muss ebenso auf Berufsumsteiger und Wiedereinsteiger gelegt werden.