Sichere Dämme für den Rhein

Vorarlberg / 15.10.2015 • 19:41 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Noch heuer sollen Dichtwände eingezogen werden. Der Baustart erfolgt in Kürze.

Fußach. (VN-hk) Vehement hatte Sicherheitslandesrat Erich Schwärzler (62) Anfang August gefordert, die Arbeiten zur Festigung des Rheindammes auf Vorarlberger Seite noch dieses Jahr fertigzustellen. Experten hatten Zweifel angemeldet, dass dies möglich sein würde.

Aufs Tempo gedrückt

Jetzt scheint es tatsächlich so, als ob es sich mit dem auferlegten Zeitplan doch noch ausgeht. „Wir haben überall aufs Tempo gedrückt und stehen jetzt unmittelbar vor der Auftragsvergabe für die Einziehung der Dichtwände an den instabilen Stellen“, berichtet Rheinbauleiter Dieter Vondrak (43). Heute soll jene Firma bekannt gegeben werden, die den Zuschlag für den Auftrag erhält.

Mit Spezialmaschinen werden die Arbeiten an den Rheindämmen durchgeführt. „Natürlich hoffen wir auf entsprechendes Bauwetter, um noch heuer fertig zu werden“, erwähnt Vondrak die äußeren Faktoren, die es braucht, um das ambitionierte Ziel zu realisieren. Auf Schweizer Seite will man die fragil gewordenen Außendämme bis März kommenden Jahres stabilisiert haben. Alarm geschlagen hatten die Experten im April dieses Jahres. Nach einer genauen Untersuchung der Rheindämme wurde bekannt, dass diese an 16 Stellen brüchig sind und dringender Handlungsbedarf gegeben ist.

Das Land Vorarlberg investiert sechs Millionen Euro in die Rheindämme. „Bei der Hochwassersicherheit darf es keine Kompromisse geben“, betont Erich Schwärzler in diesem Zusammenhang einmal mehr. „Die Sicherheit der Dämme muss bei Rhesi (Anm: Rhein, Erholung, Sicherheit) absolute Priorität genießen“, wird der Sicherheitslandesrat nicht müde, immer wieder  zu betonen. Er sei froh, dass sich die Verantwortlichen an ihre Zusagen hielten, die Arbeiten noch in diesem Jahr abzuschließen.

Neuer Radweg

Intensive Erdbewegungen finden im Rheinvorland derzeit bereits statt. Es werden Auflastschüttungen getätigt und der Radweg dabei von 2,5 Metern auf 3,5 Meter verbreitert. Für die Radfahrer gibt es während der Bauarbeiten eine Umleitung.

„Die Arbeiten liegen im Plan, die Umleitung funktioniert gut“, berichtet Dieter Vondrak. Die Aufschüttungen wurden bereits auf einer Länge von 1,5 Kilometern gemacht. „Wir hoffen, dass es sich auch mit den Asphaltierungsarbeiten des neuen Weges noch heuer ausgeht“, informiert der Rheinbauleiter. Seine Hauptfunktion hat der Radweg bei Hochwasser vor allem als Interventionspiste zum Transport von schwerem Gerät.

Auch die Planungen für das große Hochwasserschutzprojekt Rhesi gehen indes weiter. Die große Herausforderung für die Verantwortlichen dabei ist es, die zum Teil verschieden gelagerten Interessen von Ökologie, Landwirtschaft sowie der Trinkwasserversorgung im Rahmen eines tauglichen Gesamtprojekts unter einen Hut zu bringen.

Rheindammsanierung

1. Meiningen: Durchlassbauwerk „Kleine Ill“ bis Einmündung „Kleine Ill“; Länge: 455 Meter; Einbau Dichtwand

2. Brücke Meiningen/Oberriet: Länge: 45 Meter; Einbau Dichtwand

3. Koblach, Ehbachdamm und Frutzdamm: Länge: 1500 Meter; Einbau einer Dichtwand

4. Pumpwerk Mäder: Länge: 4 Meter; Vorhaltung nötiger Interventionsmittel

5. Brücke Mäder/Kriessern:
Länge: 55 Meter; Einbau einer Dichtwand

6. Brücke Lustenau-Au: Länge: 15 Meter; Einbau einer Dichtwand

7. Bereich beim Pumpwerk Höchst: Länge 200 Meter; Einbau einer Dichtwand

8. Lustenau, Brücke ÖBB:
Länge: 360 Meter, Einbau einer Dichtwand

9. Brücke Lustenau/Höchst: Länge: 360 Meter; Einbau einer Dichtwand

10. Lustenau, ehemalige Ölpipeline: Länge: 4 Meter; Vorhaltung nötiger Interventionsmittel

11. Höchst/Fußach/Hard: luftseitiger Dammfuß; 2500 Meter; Errichtung einer Auflastschüttung
inklusive entsprechender Interventionspisten