Sie kommen in der Dämmerung

16.10.2015 • 20:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Dämmerungseinbrecher dringen vornehmlich mit Brechwerkzeugen durch Fenster und Türen in die Wohngebäude ein. Symbolfoto: VN/Hartinger
Dämmerungseinbrecher dringen vornehmlich mit Brechwerkzeugen durch Fenster und Türen in die Wohngebäude ein. Symbolfoto: VN/Hartinger

Polizei setzt bundesweit Masterplan gegen die Einbruchskriminalität um.

Bregenz. Jährlich verzeichnet die Polizei zur Dämmerungszeit in den Herbst- und Wintermonaten eine deutliche Zunahme von Einbruchsdiebstählen in Wohnräume. So auch im vergangenen Jahr: Im Zeitraum vom 1. November 2014 bis 31. März 2015 splitterten und brachen in Vorarlberg 111 Mal Fenster und Türen in Wohnhäusern und Wohnungen. „28 Einbrüche konnten verschiedenen Tätern nach Hinweisen aus der Bevölkerung und aufgrund von Spurenauswertungen beweiskräftig nachgewiesen werden“, sagt Chefinspektor Karl-Heinz Dietrich, Leiter der Diebstahlsgruppe in der Landespolizeidirektion Vorarlberg.

Geklärte Serieneinbrüche

Dämmerungseinbrecher seien Reisetäter, nehmen öffentliche Verkehrsmittel, beherbergen sich in Hotels, kundschaften Wohngegenden aus und stammen vorwiegend aus dem Balkan und Litauen. So wie jene zwei Serben, bei denen für einen von ihnen im Herbst 2011 die Handschellen klickten. Nach Einbrüchen im Unterland konnten die Gesetzeshüter Diebesgut im Wert von 95.000 Euro und einen Sachschaden in der Höhe von 15.000 Euro nachweisen.

Kriminalreferent Major Philipp Stadler spricht von insgesamt 177.000 Euro Gesamtschaden, der durch Dämmerungseinbrecher in der vergangenen „Saison“ entstanden war. Solcherart Kriminelle würden sich jedoch nicht auf Villen von Wohlhabenden konzentrieren. „Dort gehen sie von ausreichender Sicherung aus, beispielsweise durch teure Alarmanlagen“, sagen die Experten der Polizei.

Nein, ihren Hauptfokus würden die Täter auf gewöhnliche Einfamilienhäuser in Wohnregionen richten, für sie die sogenannten „Hotspot-Gebiete“. Eingebrochen wird vor allem durch Fenster und Türen. Dabei konzentrieren sich die Einbrecher vor allem auf Schmuck. Also Wertgegenstände, die sie später in ihren Heimatsländern veräußern können.

Der Masterplan

Bundesweit hat die Polizei inzwischen einen Masterplan gegen das Phänomen Dämmerungseinbrecher erstellt. Zur Strategie gehören dabei unter anderem die intensivere Sensibilisierung der Bevölkerung, verstärkte Patrouillentätigkeit in gefährdeten Gebieten, Information und Kontrollen in Beherbergungsbetrieben und nach der Spurensicherung durch die Polizei deren Abgleichung im In- und Ausland.

Präventionstipps

Licht: Häuser sollten in der Dämmerung nicht unbewohnt erscheinen. Also in Abwesenheit Licht innerhalb und außerhalb des Wohnobjekts eingeschalten lassen.

Nachbarschaftshilfe: Auffälligkeiten in der Nachbarschaft sofort der Polizei über Notruf 133 mitteilen.

Alarmanlagen: Sie schrecken die Täter teilweise von vornherein ab, jedenfalls aber nach der Auslösung.

Rückfragehinweis: Landeskriminalamt 059133 – 80 -3333