Flüchtlinge protestierten

19.10.2015 • 18:08 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Seit Samstag sind im ehemaligen Gasthaus Löwen in Hard 70 Asylwerber untergebracht. Foto: Vol.AT/Rauch
Seit Samstag sind im ehemaligen Gasthaus Löwen in Hard 70 Asylwerber untergebracht. Foto: Vol.AT/Rauch

Unverständnis nach Protest von zehn Asylwerbern in Hard. Es hatte Konsequenzen.

Hard. (VN-mip) Zehn afghanische Asylwerber traten am Montagvormittag vor der neu geschaffenen Asylunterkunft im ehemaligen Gasthof Löwen für kurze Zeit in den Sitzstreik. Sie waren mit den Regeln in der neuen Unterkunft nicht zufrieden. Konkret ging es um die Zimmereinteilung und den Putzdienst. Auch mit der Essensausgabe waren die Flüchtlinge nicht zufrieden. Am Samstag zogen die Asylwerber von der Turnhalle der Mittelschule Hard in den ehemaligen Gasthof Löwen um. In den vergangenen Wochen halfen die Bewohner, die Unterkunft herzurichten.

Kein Verständnis

Deshalb sorgte der Protest nicht nur bei Helfern und in der Gemeinde für Kopfschütteln, auch die anderen 60 Bewohner zeigten wenig Verständnis. Bürgermeister Harald Köhlmeier (ÖVP, 43) findet es schade: „Bisher gab es nie Probleme. Alle haben mitgeholfen und sind zufrieden. Es wäre schade, wenn diese Aktion die gute Betreuung und das Zusammenleben in schlechtes Licht rückt. Es ist eigentlich ein Vorbildprojekt.“ Für Asyllandesrat Erich Schwärzler (ÖVP, 62) steht fest: „Ein gewisses Maß an Dankbarkeit der Bevölkerung und speziell den Helfern gegenüber erwarte ich mir schon. Wenn es ihnen nicht passt, sollen sie zurückgehen.“

Für die protestierenden Flüchtlinge hatte der Sitzstreik Konsequenzen. Nachdem Vermittlungsversuche mittels Dolmetscher keinen Erfolg brachten, wurden die zehn Asylwerber ins Großquartier in der Dornbirner Bildgasse gebracht.