Kiloweise Heroin gedealt

19.10.2015 • 20:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Geschwister müssen nach regem Heroin­handel nun für drei
und vier Jahre in Haft.

Feldkirch. (ec) Am Landesgericht Feldkirch wurden zwei Brüder im Alter von 25 und 29 Jahren zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die aus Serbien stammenden, aber in Österreich aufgewachsenen Männer sind beide vorbestraft, trotzdem dealten sie munter weiter. Insgesamt schmuggelten die beiden 1,2 Kilo Heroin aus der Schweiz nach Vorarlberg.

Offenbar war dies mit dem Auto nicht sonderlich schwer. Hier im Land verkauften sie Heroin von zwei verschiedenen Händlern, insgesamt brachten sie 1,3 Kilo an den Mann. Verkaufspreis: 100 Euro pro Gramm. Dass sich Konsumenten dies leisten können, ist verwunderlich.

Ein Angestellter erzählt, wie er fast den ganzen Zahltag in die harte Droge investierte. In fünf Jahren konsumierte er in Summe an die 750 Gramm Heroin. Ein Elektrotechniker gibt ebenfalls starken Konsum zu. Er stellte sich zum Teil als Chauffeur zur Verfügung. „Dafür bekam ich hin und wieder eine Nase geschenkt“, gibt er zu Protokoll.

Völlig abhängig

Die beiden Dealer sind selbst auch abhängig. Auch sie konsumierten eine breite Palette von Drogen. Weitergegeben wurden neben Heroin noch 200 Gramm Kokain, ein Kilo Marihuana und 17 Ecstasys. Der ältere der beiden versuchte, die Mengen zu drücken, der jüngere der Brüder kam der Justiz mehr entgegen, was sich bei der Strafzumessung auswirkte.

Der ältere Bruder, der es auf elf Vorstrafen bringt, wird zu vier Jahren Haft verurteilt. Der Jüngere, dreifach vorbestraft, bekommt drei Jahre Gefängnis. Dem Staat schulden die zwei Männer jeweils 77.000 Euro aus dem Drogenhandel.

Der Staat kann fünf Jahre versuchen, zu diesem Geld zu kommen.

„Dass versucht wird, die Mengen zu drücken, ist bei Drogenprozessen üblich, aber wir haben Ihnen nicht geglaubt“, macht Richterin Verena Marschnig klar, was sie von den geschrumpften Mengen hält. Beide Urteile werden bekämpft, somit sind sie nicht rechtskräftig.