Lärmferien im Sportgymnasium

19.10.2015 • 17:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Schüler am Sportgymnasium taten in der Vorwoche deutlich ihre Meinung kund. Foto: VN/Paulitsch
Die Schüler am Sportgymnasium taten in der Vorwoche deutlich ihre Meinung kund. Foto: VN/Paulitsch

Morgen schon beginnen für die Schüler am Sportgymnasium die heurigen Herbstferien.

Dornbirn. (VN-hk) „Am BORG Dornbirn, Messestraße 4, . . . werden . . . . . . wegen nicht vermeidbarem intensivem Baulärm aufgrund von Schrämarbeiten im Messareal die Tage vom 21. 10. 2015 bis 23. 10. 2015 schulfrei erklärt.“ Diese Verordnung des Landesschulrats für Vorarlberg erreichte am Montag das Dornbirner Sportgymnasium. Das heißt: Schüler und Lehrer der Bildungsanstalt genießen um drei Tage längere Herbstferien als alle anderen Schüler und Lehrer im Land.

Doch das mit dem Genuss hält sich vor allem im Lehrkörper in Grenzen. Direktor Josef Spiegel (59) hat das Schreiben des Landesschulrats an die Eltern verschickt. Als Erfolg sieht es der Schulleiter an, dass immerhin am gestrigen Montag und am heutigen Dienstag nicht geschrämt wurde, beziehungsweise wird. „An diesen beiden Tagen werden die Arbeiten in der Zeit von acht bis 15 Uhr eingestellt“, heißt es in seinem Brief an die Eltern.

Eltern beschweren sich

Spiegel bedauert den Unterrichtsentfall. „Das LehrerInnenkollegium und ich sind uns bewusst, dass wir eine pädagogische Verantwortung für unsere Schülerinnen und Schüler haben. Gerade für unsere Maturajahrgänge sind diese zusätzlichen Ferientage nicht optimal“, teilt Spiegel im Brief an die Eltern mit. Man würde sich zusätzliche Fördermaßnahmen überlegen, um den Ausfall dieser wertvollen Unterrichtszeiten, aufzufangen.

Gar nicht glücklich über den Unterrichtsausfall sind auch mehrere Eltern. Der Vater eines Schülers, der nicht genannt werden möchte, erklärte gegenüber den VN: „Ich bin ganz und gar nicht einverstanden mit dem Unterrichtsentfall. Ich mache aber dafür nicht die Schule verantwortlich. Es sind die Umstände, die von anderen einfach in Kauf genommen werden“, kritisiert der Schülervater, dessen Sohn heuer zur Matura antreten wird. Er fordert ein klares Bekenntnis zur Schule: „Entweder will man ein Sportgymnasium oder nicht. Wenn ja, dann muss man die Rahmenbedingungen schaffen.“

Einige Schüler traten in der Vorwoche in einen Streik, nachdem die Lärmbelastung im Messeareal für sie unerträglich wurde. Am Tag darauf protestierte die Schulgemeinschaft, bestehend aus Eltern, Lehrern und Schülern, gemeinsam für bessere Bedingungen an der Schule und einen Schulneubau.

Diesen verlangt nun auch die Vorarlberger LehrerInneninitiative. Das Land wird dabei in die Pflicht genommen. „Es muss initiativer werden“ fordert Sprecher Gerhard Pusnik (56).