„Toleranz beginnt mit Laktose“

Vorarlberg / 19.10.2015 • 21:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Anuschka Fink, Michaela Ortner-Moosbrugger und Noah tragen ihre Meinung nicht nur auf der Zunge.  VN/RP
Anuschka Fink, Michaela Ortner-Moosbrugger und Noah tragen ihre Meinung nicht nur auf der Zunge. VN/RP

Zwei Bregenzerwälder Künstlerinnen zeigen in der Flüchtlingsdebatte Gesicht. 

Krumbach, Sulzberg. (VN-ger) Sie stehen zu Vielfalt, Mut und Menschlichkeit. Sie fordern, mehr aufs Herz zu hören und nicht auf die Angst. Und sie finden, dass es Zeit für Ungehorsam ist. Anuschka Fink (40) aus Krumbach und Michaela Ortner-Moosbrugger (37) aus Sulzberg wollten in der aktuellen Flüchtlingsdebatte ein Zeichen setzen und die entstandene Wut und Ohnmacht in etwas Kreatives und Positives umwandeln. Daraus entstanden ist das Modelabel „Show your Face“.

Probleme am Bahnhof

Eigentlicher Impulsgeber für das Projekt war Noah, der 15-jährige Sohn von Michaela Ortner-Moosbrugger. „Ich habe mich immer sehr offen gezeigt mit Refugees-Welcome-Shirts. Am Bregenzer Bahnhof bekam ich damit oft Probleme“, berichtet der angehende Kochlehrling von seinen Erfahrungen. Gemeinsam mit Anuschka Fink brachte seine Mutter den Stein schließlich ins Rollen. „Es war für mich ganz wichtig, etwas zu tun und Noah zu zeigen, dass man etwas tun kann“, erläutert die 37-Jährige. „Kann Spuren anderer Kulturen enthalten“, „Toleranz beginnt mit Laktose“, „Keine Angst! Ist nur Liebe“ – die Botschaften auf den T-Shirts und Taschen sollen Toleranz in allen Bereichen aufzeigen und fördern. „Wir wollen zum Nachdenken anregen, Meinung äußern und auch in der Kreativszene ein Vorbild sein“, ergänzt Ortner-Moosbrugger. „Show your Face“ ist derzeit bei Frida Bio in Hohenems (Taschen), Schoscha Einrichtungen in Bregenz, Frisör Reiter in Schwarzach, im Büro für Integration in Feldkirch, bei Veranstaltungen wie dem Martinimarkt Dornbirn oder bei den Designerinnen direkt erhältlich. Mit ihrem Modelabel wollen sich die beiden laut eigenem Bekunden nicht bereichern. Fünf Euro pro verkauftem T-Shirt werden daher an andere Projekte gespendet: „Damit sich dieser Kreislauf schließt.“