Strafe bleibt bei 32 Monaten Haft

Vorarlberg / 20.10.2015 • 19:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kornelia RatzSuspendierte Richterin, ehemalige Vizepräsidentin Landesgericht FeldkirchUrteil: Beteiligung am Amtsmissbrauch, Beteiligung an UrkundenfälschungStrafe: 32 Monate Haft, zehn Monate unbedingt

Kornelia Ratz

Suspendierte Richterin, ehemalige Vizepräsidentin Landesgericht Feldkirch

Urteil: Beteiligung am Amtsmissbrauch, Beteiligung an Urkundenfälschung

Strafe: 32 Monate
Haft, zehn Monate
unbedingt

Der Testamentsprozess ist beendet. OLG Linz schmetterte Ratz-Berufung ab.

Linz. Bis kurz vor Verhandlungsbeginn ließ Ratz-Anwalt Bertram Grass (69) die anwesenden Medienleute im Ungewissen darüber, ob seine Mandantin denn nun kommt oder nicht. Sie kam nicht. „Sie hat sich aus gesundheitlichen Gründen entschuldigen lassen“, erklärte die Vorsitzende, Richterin Daniela Engljähringer, am Beginn der Verhandlung.

Ein letztes Mal warf sich dann der Anwaltsveteran für seine Klientin voll ins Zeug. „Es ist ja nur dieser kurze Anruf beim Bezirksgericht Dornbirn gewesen, in dem sie das angebliche Angebot für die Erstellung eines gefälschten Testaments angenommen hat“, versuchte Grass die Tat herunterzuspielen. Wofür sie schuldig gesprochen worden sei, stünde in keiner Relation zu den Delikten der eigentlichen Testamentsfälscher, betonte der Verteidiger. Einmal mehr machte der Advokat auch die Medien für die missliche Situation seiner Klientin verantwortlich. Über fünf Jahre habe sie diese Kampagne aushalten müssen. „Die Milderungsgründe für eine geringere Strafe sind ein ganzer Katalog“, meinte Bertram Grass und forderte, dass die Strafe für Kornelia Ratz zur Gänze bedingt nachgesehen wird.

System benützt

Für Oberstaatsanwalt Martin Daxecker war das Strafausmaß der Schuld angemessen. „Die Beschuldigte hat sich in ihrer Position das System am Bezirksgericht Dornbirn zunutze gemacht, statt ihm Einhalt zu gebieten.“

Das sah letztlich auch der dreiköpfige Senat des Oberlandesgerichts Linz so. Nach knapp einstündiger Beratung trat Vorsitzende Englähringer kurz nach 16 Uhr an den Richtertisch und beendete im Verhandlungssaal 208 des OLG Linz den strafrechtlichen Teil der Testamentsaffäre: „Der Berufung wird nicht Rechnung getragen.“ Sie nannte als einen der Gründe den hohen Unrechtsgehalt der Tat. Auch Aspekte der Generalprävention seien zu berücksichtigen gewesen. Das Urteil sei im unteren Drittel der möglichen Sanktionen gelegen, für eine bedingte Strafe im vollen Umfang gebe es keine Rechtfertigung.