Eine Pflegelehre braucht die Unterstützung aller

22.10.2015 • 18:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Projektgruppe der Aquamühle lädt auch Projektkritiker zur
Mitarbeit ein.

frastanz. (VN-mm) Die Forderung nach einer Pflegelehre findet im Land nicht nur Zustimmung. Wie berichtet, fürchten unter anderem der Landesverband der Gesundheits- und Krankenpflege sowie die Arbeiterkammer um die Qualität der Pflege. Sie solle weiterhin den Experten vorbehalten bleiben, wurde argumentiert.

Die Befürworter einer Pflegelehre sehen das naturgemäß anders, wollen aber trotzdem das Gespräch auch mit jenen suchen, die Bedenken haben. „Der Vorstoß für eine Pflegelehre ist ein guter und sinnvoller Beitrag gegen den drohenden Fachkräftemangel. Der Vorschlag ist ausgegoren und durchdacht. Die Projektgruppe bei Aquamühle lädt alle Interessierten aus dem Bereich der Pflege ein, sich an einem konstruktiven Dialog zu beteiligen und mitzuarbeiten“, fasst Günter Lampert die Diskussion um die geäußerten Kritiken zusammen. Es sei wichtig, alle Kräfte zu bündeln. Nur dann könne eine Pflegelehre wirklich erfolgreich sein, meint der Russ-Preis-Träger.

Bedarf an Lehre gegeben

Seit 2010 arbeitet die Projektgruppe an der Weiterentwicklung und Implementierung der Pflegelehre. Sie begleitet derzeit auch die Ausbildungskombination der Betriebsdienstleistungslehre und Pflegehilfe. Diese wurde als Modellprojekt eingerichtet, um aufzuzeigen, dass der Bedarf an einer Lehrausbildung im Sozial- und Pflegebereich sehr wohl vorhanden ist. „Diese Ausbildungskombination ist jedoch kein Ersatz für eine Pflegelehre. Sie hilft aber bereits heute, dem Mangel an geschultem Personal entgegenzuwirken“, betont Aquamühle-Geschäftsführer Peter Hämmerle. Sie biete Jugendlichen zudem die Möglichkeit, einen qualitativ hochwertigen praktischen Ausbildungsweg zu gehen.

Vorrangiges Ziel ist jetzt aber die Einführung einer regulären Pflegelehre. Dieser praktische duale Ausbildungsweg soll die schulischen Ausbildungswege an Gesundheits- und Krankenpflegeschulen, Sozialbetreuungsschulen sowie die Ausbildung an Fachhochschulen und Universitäten zu einem ganzheitlichen Bildungssystem ergänzen, wünschen sich die Proponenten, wobei sich die Pflegelehre inhaltlich an dem zu  novellierenden Gesundheits- und Krankenpflegegesetz ausrichten müsse.

Es ist wichtig, in dieser Sache alle Kräfte zu bündeln.

Günter Lampert