Busfahrer verletzte Gast

23.10.2015 • 20:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

80-Jähriger brach sich nach Stoß des Buslenkers den Oberschenkel.

Feldkirch. (ec) Der Angeklagte ist von Beruf Busfahrer. Dafür braucht es hin und wieder viel Geduld. Diese verlor der Mann im Mai dieses Jahres offenbar, als er seine letzte Runde fuhr, die am späten Nachmittag beim Landeskrankenhaus Feldkirch endete.

Dort war Endstation. Alle Fahrgäste stiegen aus, nur ein in St. Margrethen wohnender 80-jähriger Rentner blieb sitzen. Der Chauffeur machte den Mann mehrmals darauf aufmerksam, dass er aussteigen müsse. Nach Dienstschluss ist es verboten, bei Leerfahrten Fahrgäste mitzunehmen.

Aussteigen versäumt

Der Betagte wollte eigentlich beim Bahnhof Feldkirch aussteigen, hatte dies aber verpasst. Als er das bemerkte, wollte er am Rückweg bei der gewünschten Haltestelle aussteigen.

Der verdutzte Mann war überrascht, dass der Bus nach dem Krankenhaus nicht wieder seine Runde zurück zum Bahnhof fuhr. Der Gebrechliche wollte sich erkundigen, wie er jetzt wieder retour kommen könnte. Dem Busfahrer hingegen ging die angeblich ewig selbe Frage auf den Geist. „Mein Mandant wollte den Fahrgast auf keinen Fall verletzen“, betont Verteidiger Clemens Ender mehrfach. Der Busfahrer erzählt, dass er den Senior mit beiden Händen am Oberkörper berührte und ihn umdrehen wollte, damit der Mann endlich geht. Etwas anders schildert es der 80-Jährige: „Er hat mir einen Schubser gegeben, da bin ich gestürzt.“ Auch eine unbeteiligte Augenzeugin spricht von einem Stoß, wenngleich dieser „leicht“ gewesen sein mag. Fakt ist: Der Rentner brach sich bei dem Sturz den Oberschenkel und konnte nicht mehr aufstehen. Er musste ins Krankenhaus.

Schwer mitgenommen

„Nach diesem Sturz bin ich nicht mehr auf die Beine gekommen“, erzählt der schlanke Pensionist. Kürzlich stürzte er nochmals, zu seiner Zeugeneinvernahme kommt er mit Krücken. Da Opfer und Zeugin den Vorfall übereinstimmend schildern, spricht Richterin Sonja Nachbaur den Busfahrer wegen schwerer Körperverletzung schuldig. Die Strafe wird mit 2700 Euro festgelegt, weitere 2700 Euro werden auf Bewährung ausgesprochen. Dem Opfer muss der Busfahrer vorerst 1000 Euro Teilschmerzensgeld bezahlen. Mit dieser Entscheidung ist der Verurteilte nicht einverstanden, er meldet Berufung an.

Entschuldigt hat sich der Buschauffeur bei dem Pensionisten übrigens nie.