Neue Bleibe für Roma

23.10.2015 • 19:57 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Für die Mutter und ihr Baby wurde es unerträglich, die kalten Nächte im Waldlager zu verbringen.  Foto: hrj
Für die Mutter und ihr Baby wurde es unerträglich, die kalten Nächte im Waldlager zu verbringen.  Foto: hrj

Notunterkunft für
Familien gefunden.
Lob für den Bludenzer Bürgermeister.

Heidi Rinke-Jarosch

bludenz. (VN-hrj) Elmar Stüttler und Joe Fritsche atmen auf. Den Roma-Familien, die zuerst ein Lager und dann nach zwei Nächten ihre Unterkunft in Bludenz räumen mussten (die VN berichteten), stehen nun im Oberland neue Räumlichkeiten zur Verfügung. Am späten Freitagnachmittag übersiedelten die insgesamt 54 Personen in ihr nächstes vorläufiges Zuhause.

Kalte Nächte im Lager

Die Vorgeschichte: Am Mittwoch räumten die ÖBB ein Roma-Lager nahe dem Dornbirner Bahnhof. Die Menschen standen buchstäblich auf der Straße. Elmar Stüttler (63), Obmann der Hilfsorganisation „Tischlein deck dich“, schaffte es, die Familien mit Kindern in einem Haus in Bludenz unterzubringen. Durch „Stunde des Herzens“-Obmann Joe Fritsche (51) gesellten sich Frauen mit Babys von einem Lager in Nenzing-Beschling dazu. Für diese Menschen sind die kalten Nächte in den Plastikzelten im Wald unerträglich geworden.

Am Donnerstag ordnete Bürgermeister Mandi Katzenmayer (60) an, das Haus zu räumen. Grund: Die Räumlichkeiten seien als Geschäftslokal gewidmet, die Sicherheitsvorkehrungen entsprächen nicht den gesetzlichen Vorgaben. „Wenn irgendwas dort passiert, bin ich dran“, sagte Katzenmayer (ÖVP) zu den VN.

Der Bürgermeister sorgte jedoch umgehend dafür, dass die Gemeinde ihre Notwohnung für bis zu 15 Personen zur Verfügung stellte. „Und gestern und heute hat er uns dabei geholfen, eine neue Unterkunftsmöglichkeit für die Roma zu suchen und auch zu finden“, sagt Elmar Stüttler. „Ich bin ihm sehr dankbar dafür.“

Lob kommt auch von der Grünen-Landtagsabgeordneten Nina Tomaselli (33): „Mandi Katzenmayer hat nach einer Lösung gesucht, wo andere Bürgermeister weggeschaut haben“, macht sie deutlich. Sie selbst war während der letzten beiden Tage vor Ort, „weil mir die Roma am Herzen liegen“. 

Die neue Bleibe ist zwar auch nur provisorisch, „doch jetzt können wir etwas Luft holen“, sagt Stüttler. Eine Woche sei nun Zeit, um eine langfristige Lösung für diese Menschen zu finden.

Laut Fritsche hausen noch immer 23 Erwachsene im Lager in Nenzing-Beschling. „Für sie suchen wir dringend ein Dach überm Kopf.“