Arbeitsweg voller Ideen

Vorarlberg / 27.10.2015 • 19:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Erich Schwärzler, Bernhard Nenning: Ideenreiche Fahrgemeinschaft.
Erich Schwärzler, Bernhard Nenning: Ideenreiche Fahrgemeinschaft.

Fahrgemeinschaft von Erich Schwärzler und Bernhard Nenning hat sich zur Ideenschmiede gemausert.

Lingenau. Es ist ein fest einstudiertes Tagesritual, das Erich Schwärzler und Bernhard Nenning in den vergangenen acht Jahren nahezu perfektioniert haben. Die beiden Zumtobel-Mitarbeiter pendeln täglich aus dem Bregenzerwald nach Dornbirn, pünktlich um 7 Uhr morgens starten die Techniker ab Lingenau.

Am einen Tag fährt Schwärzler, am anderen Nenning: Kommt wider Erwarten einmal etwas dazwischen, wird der andere per SMS informiert. „Da wir uns beide an Absprachen halten, klappt das problemlos“, erklärt Erich Schwärzler und weiß das auch mit Zahlen zu untermauern: 95 Prozent aller Arbeitstage fahren die beiden Kollegen gemeinsam.

Sinnvoll genutzte Zeit

Für den 25 Kilometer langen Arbeitsweg schlagen pro Strecke rund 30 Minuten zu Buche. Zeit, die die überzeugte Fahrgemeinschaft nicht einfach vergeudet. Im Gegenteil: „Wir sind zwar in unterschiedlichen Abteilungen tätig, haben aber beide mit dem Thema Kunststofftechnologie zu tun“, erklärt Produktions-Bereichsleiter Bernhard Nenning. Die Gespräche während der Fahrt werden genutzt, um die Sicht auf die beruflichen Herausforderungen des jeweils anderen zu schärfen. „So haben sich schon viele spannende Lösungsansätze ergeben, die in dieser Form am Markt noch nicht erhältlich waren“, freut sich Schwärzler, der als Mitarbeiter in der Forschung eine andere Sicht auf die Dinge mitbringt. „Sogar das eine oder andere Patent ist so bereits zustande gekommen.“ Abseits aller beruflichen Vorteile: Ihre Fahrgemeinschaft macht schlicht aus wirtschaftlichen Gründen Sinn. „Wir kommen beide aus dem Bregenzerwald und kennen uns seit Schulzeiten. Da war der Gedanke naheliegend“, sagt Nenning. Seine fünfköpfige Familie schaffe es so, alle Verpflichtungen mit einem Auto zu erledigen. So werden wichtige Termine einfach auf jene Tage gelegt, wo der Arbeitskollege am Steuer der Fahrgemeinschaft sitze.

Und abends? „Wir verlassen das Büro in der Regel zwischen 16 und 20 Uhr. Wir sprechen nachmittags am Telefon kurz ab, um welche Uhrzeit wir aufbrechen“, erklärt Nenning. Das sei nicht umständlich, sondern in weiterer Folge sogar freizeit-fördernd. „Wir arbeiten beide relativ viel und lange. Wenn man weiß, dass der andere wartet, schafft man es aber auch mal eher aus dem Büro.“

Und gibt es doch einmal Tage, wo die Fahrgemeinschaft etwas mehr Koordination als der eigene Pkw erfordert: Die jährliche Ersparnis von rund 750 Euro – alleine bei den Spritkosten – ist die Mühe allemal wert.

„Best Practice“ ist eine redaktionell unabhängige Serie der VN mit Unterstützung der Landesregierung.