Empfindliche Geldstrafen für Randalierer im Fußballstadion

Vorarlberg / 27.10.2015 • 22:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
1. Mai 2015: Euphorie und Begeisterung endeten im Reichshofstadion Lustenau in einem Tumult. Foto: LASK
1. Mai 2015: Euphorie und Begeisterung endeten im Reichshofstadion Lustenau in einem Tumult. Foto: LASK

Zweiter Ausflug nach Vorarlberg führte Linzer Hooligans ins Landesgericht Feldkirch.

Feldkirch. Der eine studiert Wirtschaftsrecht, der andere übt sich in Pinselstrichen. Doch eines haben der Student und der Malerlehrling gemeinsam: Sie sind feurige Fans des LASK Linz. Als solche waren die beiden 19-jährigen Burschen am 1. Mai zum Reichshofstadion nach Lustenau angereist. Aber auch wenn sie vor Gericht den Anschein erwecken, als könnten sie kein Wässerchen trüben: Beim Spiel gegen den SC Austria Lustenau erwachte in ihnen eine wahre Berserkernatur.

Absperrgitter angehoben

Als die Staatsgewalt in Form von 90 Polizeibeamten damals einen Aufruhr unter Fußballfans schlichten wollte und einen der Hooligans festnahm, hoben die beiden Linzer ein Absperrgitter auf und warfen es gegen die Sperrkette der Ordnungshüter. Deswegen wirft ihnen Staatsanwältin Laura Hutter-Höllwarth das Vergehen des versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt vor.

Richter Richard Gschwenter stellt an den Studenten eindringlich die Frage: „Um es auf den Punkt zu bringen: Was hat Sie damals geritten?“ „Ich war ein bisschen angetrunken“, erwidert der Fan, und: „Es ist damals ein Tumult entstanden. Ich habe mich mitreißen lassen. Es tut mir leid, es war das erste und einzige Mal“, verspricht er. Doch von dieser Reumütigkeit lässt sich wiederum der Richter wenig mitreißen. Er zeigt deutlich wenig Verständnis für das Verhalten der Angeklagten. „Fußball ist eine der schönsten Sachen. Und es darf nicht ein Großaufgebot an Polizisten nötig sein, damit die Leute Fußball schauen können. Bei Delikten im Stadion verstehe ich keinen Spaß.“

Unbedingte Geldstrafen

Eine Diversion, wie ursprünglich von der Staatsanwältin vorgeschlagen, kommt für ihn deshalb nicht infrage. Erst mit einer unbedingten Geldstrafe von 360 Tagessätzen zu je vier Euro sieht er das Vergehen gesühnt. Ebenfalls zu 1440 Euro Geldstrafe wird auch der Zweite im Bunde verurteilt. Der Richter wünscht den beiden, die Bedenkzeit erbeten, alles Gute für die Zukunft. Die ansonsten unbescholtenen Männer machen schließlich einen guten Eindruck. „Sie arbeiten beide. Das tun die wenigsten, die vor mir sitzen“, sagt Gschwenter zudem.

Wegen desselben Delikts saß ein weiterer Hooligan aus Linz bereits in der vergangenen Woche auf der Anklagebank. Hier fiel das von Richter Norbert Melter gefällte Urteil allerdings etwas milder aus: 1200 Euro Geldstrafe, zur Hälfte bedingt.

VN-Bericht vom 4. Mai 2015.
VN-Bericht vom 4. Mai 2015.