Dornbirn will in Rumänien helfen

Vorarlberg / 28.10.2015 • 19:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Stadt Sibiu in Rumänien. Von hier stammen einige der Roma, die derzeit in Vorarlberg leben. Foto: Stadt Dornbirn
Die Stadt Sibiu in Rumänien. Von hier stammen einige der Roma, die derzeit in Vorarlberg leben. Foto: Stadt Dornbirn

In Dornbirn soll Geld nicht in die Becher, sondern auf ein Spendenkonto wandern.

Dornbirn. (VN-mip) Ploiesti, Brasov, Sibiu, Buzau – so heißen die Städte, aus denen die rund 200 Roma in Vorarlberg stammen. Hohe Arbeitslosigkeit, geringe Bildungschancen und bittere Armut bringen die Menschen dazu, zu flüchten und in Städten wie Dornbirn um Geld zu betteln. Nachdem in den vergangenen Wochen diskutiert wurde, wie bei der aktuellen Wetterlage zumindest Frauen mit Kindern ein Dach über dem Kopf geboten werden kann, will Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker (Grüne, 51) nun herausfinden, wie die Roma in ihrer Heimat unterstützt werden könnten. Die Stadt Dornbirn hat diesbezüglich schon konkrete Pläne. Und ein Spendenkonto, auf das die Stadt 5000 Euro eingezahlt hat. Die Bevölkerung soll dem Beispiel folgen.

Vor Ort statt hier

Vonseiten der Stadt heißt es: „Die Almosen, die bisher in die Becher der Bettler fließen, können damit auf ein neu eingerichtetes Spendenkonto mit der Bezeichnung „Hilfe für Roma in Rumänien“ einbezahlt werden.“ Bürgermeisterin Andrea Kaufmann (ÖVP, 46) erklärt die Gründe: „Die Verbesserung der Lebenssituation für die Roma-Familien muss vor Ort in ihrem Heimatland gelöst werden.“ Der Stadtrat habe sich in der jüngsten Sitzung dafür ausgesprochen. Die Maßnahme sei sinnvoller, als temporäre Unterkünfte zu schaffen. Auch Wiesflecker will in diese Richtung gehen. „Wir sind dabei, über die rumänische Botschaft abzuklären, welche Möglichkeiten es gibt, eine Vor-Ort-Unterstützung zu organisieren“, erklärt die Landesrätin. Bis dahin sei wichtig, dass in Vorarlberg Schwangere und Frauen mit Kindern nicht im Freien nächtigen. In Götzis, Bregenz und Dornbirn gebe es Notschlafstellen. Gleichzeitig biete das Land Rückkehrhilfe an, sieben Personen hätten dies bereits in Anspruch genommen.

In Zuge der Diskussion in Dornbirn erzählte einer der Notreisenden, Hochwasser habe sein Haus zerstört. Verantwortliche der Stadt fragten in Rumänien nach, die Behörden dementierten. Besagte Städte sind seit Jahren nicht mehr von Hochwasser betroffen gewesen.

Spendenkonto

„Hilfe für Roma in Rumänien“

» IBAN: AT92 2060 2000 0032 8278

» BIC: DOSPAT2DXXX
Dornbirner Sparkasse