Gebraucht, beschädigt und doch heiß begehrt

Vorarlberg / 28.10.2015 • 20:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vom Schneepflug bis zum Elektroherd: Insgesamt kamen in Hohenems 117 Exponate unter den Hammer. Fotos: VN/Hofmeister
Vom Schneepflug bis zum Elektroherd: Insgesamt kamen in Hohenems 117 Exponate unter den Hammer. Fotos: VN/Hofmeister

Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten: Tunnelwaschgerät und Co. unterm Hammer. 

Hohenems. (VN-ger) Das Angebot klingt verlockend: Autos ab 300 Euro, Lkw ab 500 Euro, eine Kehrmaschine ab 2000 Euro, Schneepflüge ab 200 Euro und ein Tunnelwaschgerät ab 2800 Euro. Der Haken dabei: Alle Kraftfahrzeuge, Maschinen und Geräte sind gebraucht, mehr oder weniger an- bzw. durchgerostet, beschädigt, unvollständig und reparaturbedürftig. Knapp 350 Interessierte wollten sich diese Gelegenheit allerdings nicht entgehen lassen. Am Mittwochnachmittag kamen auf dem Gelände der Autobahnmeisterei Hohen­ems Lkw und Nutzfahrzeuge aus der Fahrzeugflotte der Asfinag und des Landes Vorarlberg unter den Hammer. Außerdem warteten diverse Kleingeräte wie Heckenscheren, Bohrmaschinen oder ein Elektroherd auf neue Besitzer.

„Ein wunderbares Gerät mit einem Kühlanbau hinten“, preist der Auktionator das Objekt mit der Katalog­nummer 16 an. Auch die Details aus dem Versteigerungskatalog haben es in sich: 16.800 kg Eigengewicht, 11.700 ccm, 5700 Betriebsstunden laut Anzeige. Bereits im Vorfeld sind zahlreiche schriftliche Gebote im Dorotheum eingelangt. Das Höchstgebot liegt bei 16.000 Euro. „Wer bietet mehr“, tönt es durch die Halle. Die gelben Bieterkarten schnellen nacheinander in die Höhe. „Zum Ersten, zum Zweiten zum Dritten“ – einer rumänischen Firma ist das Tunnelwaschgerät, Baujahr 2000 schlussendlich 21.000 Euro wert, hinzu kommen 18,34 Prozent Käufergebühr und 20 Prozent Umsatzsteuer.

„Faire Bedingungen“

Die Asfinag versteigert seit 2007 ihre ausgemusterten Fahrzeuge und Gerätschaften, in Vorarlberg ist es die sechste Auktion dieser Art. „Wir wollen faire Bedingungen schaffen für die Mitarbeiter und für alle, die Interesse an solchen Gerätschaften haben“, begründet Andreas Lechleitner vom Asfinag-Fuhrparkmanagement die Wahl der Verkaufsform. Die Asfinag und das Land müssen laut Lechleitner hohe Sicherheitsauflagen erfüllen. Die Geräte nachzurüsten, wäre demnach teurer, als neue zu kaufen. Ob Fred Fleisch aus St. Gallenkirch mit dem Schneepflug ein Schnäppchen machen konnte, wird sich noch weisen. „Man kann ja nicht hineinschauen“, meint der Frächter, der für Gemeinden wie St. Gallenkirch oder Bartholomäberg den Winterdienst übernimmt.

Ersatz für sein 16 Jahre altes Auto hat Franz-Josef Ender von der Autobahnmeisterei Hohenems gefunden. 7500 Euro inklusive 22-prozentiger Käufergebühr für Pkw legte er für den weißen Skoda Octavia Combi, Baujahr 2009 hin. „Er war relativ günstig“, zieht auch er zufrieden von dannen.

Wer mitbieten wollte, musste zunächst eine Kaution in der Höhe von 500 Euro hinterlegen.
Wer mitbieten wollte, musste zunächst eine Kaution in der Höhe von 500 Euro hinterlegen.