Wie auf Sprühnebel reagiert wird

28.10.2015 • 21:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mit 60 Probanden untersuchte man das Verhalten von Autofahrern bei Sprühnebel im Tunnel. Foto: asfinag
Mit 60 Probanden untersuchte man das Verhalten von Autofahrern bei Sprühnebel im Tunnel. Foto: asfinag

Wissenschaftler untersuchten im Bregenzer Citytunnel menschliches Verhalten im Ernstfall.

Bregenz. Ein Brand im Tunnel ist ein Horrorszenario für Beteiligte. Mit innovativen Technologien wie etwa der ersten Hochdruck-Sprühnebelanlage im Citytunnel bei Bregenz erhöht die Asfinag die Sicherheitsvorkehrungen in Tunnelanlagen. Doch wie reagieren Autofahrer im Ernstfall, wenn die Sprühnebelanlage aktiviert wird? Genau das untersuchte die Universität Regensburg im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen in Deutschland im Citytunnel. Die Asfinag stellt für die Versuchsreihe die Infrastruktur zur Verfügung und erwartet sich Aufschlüsse für Optimierungen bei einem Einsatzablauf im Ernstfall.

Mit etwa 60 Probanden untersuchte die Universität Regensburg in zwei Nächten das Verhalten von Autofahrern, bei aktivierter und bei nicht-aktivierter Anlage. Wesentlicher Untersuchungsgegenstand war dabei, ob die Probanden ihr Fahrzeug verlassen und wie sie sich dann verhalten.

Verhalten unterschiedlich

Elementar dabei: die Flucht- und Reaktionsgeschwindigkeit, die ein Verkehrsteilnehmer benötigt, um sein Fahrzeug zu verlassen und entsprechende Sicherheitseinrichtungen aufzusuchen.

Die Analyse und Auswertung der Studie wird erst im nächsten Jahr vorliegen, aber ein erstes Resümee der zwei Nächte kann bereits gezogen werden.

Das Verhalten der Probanden ist insgesamt sehr unterschiedlich, wobei die meisten Probanden ihr Fahrzeug überwiegend zügig verließen und versuchten, den Verunfallten zu helfen, oder aber sie begaben sich schnell zum nächsten Notausgang. Ein Sitzenbleiben im Auto ist auch bei aktivierter Hochdruck-Sprühnebelanlage eher selten. Ehepaare, die gemeinsam in einem Fahrzeug in den Tunnel einfuhren, scheinen noch konsequenter und schneller zu reagieren, als einzeln fahrende Personen.

Die Asfinag erwartet sich durch die Erkenntnisse aus dem Versuch Aufschlüsse, wie man Einsätze noch weiter verbessern kann. In Deutschland existieren bisher erst zwei Tunnels mit stationären Brandbekämpfungsanlagen vom Typ „Schaum“, das macht den Citytunnel für die Untersuchung noch interessanter, da diese Technologie nur in Bregenz in einem Tunnel vorhanden ist. Die Asfinag plant auch im Arlbergtunnel die Installation einer Hochdruck-Sprühnebelanlage.