Archäologen bremsen das Wasserwerkprojekt in Hard

29.10.2015 • 17:48 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Archäologische Grabungen bei der Mittelweiherburg.  Foto: ajk
Archäologische Grabungen bei der Mittelweiherburg.  Foto: ajk

Ausgrabungen verzögern den Bau des Wasserpumpwerks bei der Mittelweiherburg.

Hard. (ajk) Der Bau des neuen Wasserwerkes Hard-Fußach neben der Mittelweiherburg verzögert sich. Archäologen graben derzeit das Gelände um, auf der Suche nach Spuren der Gebäude, in denen dort ab 1792 die Geschichte der Textilindustrie in Hard geschrieben wurde. Während der kommenden Wochen ist ein Spezialunternehmen im Auftrag des Landesdenkmalamtes beauftragt, Spuren der Textilindustrie an diesem Standort zu sichern. Es geht darum, anhand vorhandener Fundamente die Größe der einstigen Anlagen und die Verwendung einzelner Räume und Gebäude zu eruieren. Massive Steinmauern verweisen auf die einstigen Auswaschanlagen im Dorfbach. Der Bach selbst fließt in diesem Gelände längst nicht mehr oberirdisch. Im Umfeld der Mittelweiherburg ist allerdings ein großes Grundwasserfeld zu finden. Das hat sich die Marktgemeinde Hard im Tauschweg für die Zukunft der Wasserversorgung gesichert.

Die Mittelweiherburg wurde 1560–1570 errichtet. 1792 wurde das Areal für den Stoffdruck verwendet. Durch die ausgewaschenen Farben wurde der Dorfbach jedoch immer wieder verschmutzt. Dagegen wehrten sich die Harder vehement und so wurde die Fabrik 1880 geschlossen. Die Gebäude standen lange leer. Gegen Ende des zweiten Weltkrieges waren offenbar kurz Kriegsgefangene hier untergebracht. Der Rest der Fabrikgebäude, der „Hitzturm“, wurde 1948 gesprengt. Lediglich der Schlossturm samt Westanbau blieb erhalten. Das renovierte Gebäude dient heute als Textildruckmuseum.