Liebe ist nicht nur ein Wort

29.10.2015 • 17:13 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Stefanie und Wilhelm sind heute noch unzertrennlich.
Stefanie und Wilhelm sind heute noch unzertrennlich.

Götzis. Im Fall von Stefanie und Wilhelm Pröll war Liebe nicht nur ein Wort, sondern sie trug die beiden durch ein Leben voll gegenseitiger tiefer Zuneigung, Hilfe und Zusammenhalt. Heute vor 65 Jahren gaben sie sich in der Heilig-Kreuz-Kirche in Bludenz das Jawort. Es war damals eine Feier im kleinen Kreis der Angehörigen. Nach der Trauungszeremonie fuhr man mit einem gemieteten Omnibus ins Schnifner Bädle, wo bei der bekannten Kochbuchautorin Fanni Amann ein vorzügliches Hochzeitsessen stattfand.

Beliebte Friseurin

Die Jubilarin wurde 1923 in Götzis dem Ehepaar Albert und Anna Gisinger geboren. Als Stefanie mehrere Tage alt war, verstarb bedauerlicherweise die Mutter. Vater Albert hat zwei Jahre später wieder geheiratet. Die zweite Mutter Maria, geb. Ludescher, war den Kindern Erich und Stefanie eine liebevolle Mutter. Es kamen dann noch drei weitere Geschwister dazu. Nach der Schulzeit arbeitete Stefanie bis zu ihrer Heirat als Friseurin im elterlichen Geschäft. Sie übte ihren Beruf sehr gerne aus und war bei den Kunden auch sehr beliebt.

Eltern von vier Kindern

Der Jubilar entstammt der Familie eines Gendarmeriebeamten und wurde 1924 in Perg/OÖ dem Ehepaar Franz und Rosa Pröll geboren. Nach dem Hauptschulabschluss und einiger Zeit Bürotätigkeit wurde Wilhelm 1942 zum Kriegsdienst einberufen. Er kam nach Leningrad und nach einer Verwundung später in Griechenland zum Einsatz. Nach amerikanischer Kriegsgefangenschaft im Jahr 1945 entlassen, half er seinen Großeltern im Mühlviertel auf dem Bauernhof, bis er eine Anstellung in einem Architekturbüro in Linz bekam. Die Eltern von Wilhelm übersiedelten schon vor Kriegsende nach Götzis. Sein Vater war damals Gendarmerie-Hauptmann in Feldkirch. Der Jubilar arbeitete bis 1948 bis 1950 als Bürokraft bei der Fa. M. Hollenstein in Lustenau. Anschließend war Wilhelm beim Unternehmen Joh. Peter Mayer & Söhne in Götzis in der Buchhaltung und als Sachbearbeiter im Export beschäftigt. Er wurde als tüchtiger Mitarbeiter sehr geschätzt und erledigt auch noch in der Pension verschiedene Büroarbeiten. 45 Jahre war Wilhelm Mitglied beim Männerchor „Liedertafel“ in Götzis engagiert, davon 15 Jahre als Schriftführer. Zudem war er bei der Turnerschaft Götzis 16 Jahre lang Wirtschaftsobmann. Von beiden Vereinen wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Frau Stefanie hat vier gesunden Söhnen – Mag. Wilhelm, Wolfgang, Johannes und Herbert – das Leben geschenkt. Sie wurden alle zu tüchtigen, wertvollen Menschen erzogen und vergrößerten die Familie mit ihren Gattinnen um zwölf Enkelkinder.

Stütze und Halt

Heute führt das Ehepaar ein ruhiges, harmonisches Leben. „Wilhelm ist nicht nur intelligent, sodass ich mich geistig mit ihm austauschen kann, sondern auch hilfsbereit und liebevoll“, schmunzelt Frau Stefanie, die sehr dankbar für die Fürsorge ihres Gatten ist. Heute wird zu Hause in der Neuen Siedlung 13 bescheiden und dankbar im Kreis der Familie dieses seltene Jubiläum begangen. Dem Jubelpaar Glück und Segen für noch viele gemeinsame Jahre!

Vor 65 Jahren in der Heilig-Kreuz-Kirche Bludenz.
Vor 65 Jahren in der Heilig-Kreuz-Kirche Bludenz.