Pensionist (68) klaute sieben Pflastersteine

Vorarlberg / 29.10.2015 • 22:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Pflastersteine auf einer Baustelle: Diesem Anblick konnte ein betagter Langfinger nicht widerstehen.  Symbolfoto: VN
Pflastersteine auf einer Baustelle: Diesem Anblick konnte ein betagter Langfinger nicht widerstehen. Symbolfoto: VN

Polizei stoppte Dornbirner mit ungewöhnlicher Diebsbeute im Einkaufswagen.

Dornbirn. Der 68-jährige Beschuldigte bleibt der Verhandlung am Bezirksgericht Dornbirn diesmal fern. Auch wenn es recht vertraute Hallen für ihn sind, denn immerhin machten ihn bisher elf Vorstrafen (zehn davon einschlägig wegen Diebstahls) zu einem „Stammkunden“ bei den Bezirksgerichten von Dornbirn und Bregenz.

Prozess in Abwesenheit

Richter Frank Plasinger entscheidet sich deshalb zu einer Verhandlung in Abwesenheit des Angeklagten. Der Dornbirner Pensionist wird das Urteil demnächst im Briefkasten vorfinden.

Einmal mehr war das Vergehen des Diebstahls Verhandlungsgegenstand, eines ungewöhnlichen Diebstahls. Wie dem polizeilichen Protokoll zu entnehmen ist, unternahm der 68-Jährige an einem Abend Ende August dieses Jahres einen Spaziergang entlang der Dornbirner Ache. Als er im Stadtgebiet eine Baustelle passierte, fiel sein Blick auf am Gehsteig gelagerte Pflastersteine.

Dabei sei ihm plötzlich die Idee gekommen, sieben dieser Pflastersteine mitzunehmen. Ein zufällig vor Ort stehender Einkaufswagen bot sich dabei als geeignetes Transportmittel an. So nahm er den Wagen, verlud die Steine und machte sich damit auf den Weg durchs abendliche Dornbirn nach Hause. Was er nicht wusste: Er war beim Verladen beobachtet und daraufhin eine Polizeistreife informiert worden.

„Als Unterlage“

So schob der Dornbirner den Einkaufswagen zwar noch mehrere Kilometer vor sich her, geriet jedoch nach dem Erreichen des trauten Heims in die Fänge der Gesetzeshüter. Nach dem Grund für den seltsamen Diebstahl befragt, gab er an, die Pflastersteine „als Unterlage für eine Fahrzeugunterbodenbesichtigung“ verwenden zu wollen. Sein Schuldbewusstsein hielt sich dabei in Grenzen, denn: „Diese Entwendung fällt doch wohl nicht so sehr ins Gewicht“, wie er wörtlich meinte.

Doch falsch gemeint. Aufgrund der massiven Vorstrafenbelastung des Beschuldigten kommt für Richter Plasinger eine diversionelle Regelung nicht mehr infrage. An der Verhängung einer unbedingten Geldstrafe in der Höhe von 200 Tagessätzen in der Höhe von je sechs Euro führt somit kein Weg vorbei.