„Wachstumsmantra hat ausgedient“

Vorarlberg / 29.10.2015 • 19:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
„Regional und fair statt Weltmarkt und Ausbeutung“: Christine Bösch-Vetter und Daniel Zadra.  Foto: Hartinger
„Regional und fair statt Weltmarkt und Ausbeutung“: Christine Bösch-Vetter und Daniel Zadra.  Foto: Hartinger

Mehr bio in Groß­küchen. Dafür braucht es Überzeugungskraft und innovative Ideen.

Lustenau. (VN-tw) Davon sind Landwirtschaftssprecher Daniel Zadra (30) und Gemeinderätin Christine Bösch-Vetter (33) von den Grünen überzeugt. Lange Zeit hätten intensives Wachstum und Erschließung neuer Märkte als Mantra der Landwirtschaft gegolten, erinnert Zadra gemeinsam mit Bösch-Vetter im Vetterhof in Lustenau. Dieser Weg ist aus ihrer Sicht nicht zukunftsfähig. Für die Grünen steht jedenfalls fest: „Das Wachstums­mantra hat ausgedient.“

Das Steuer herumreißen

Das Sterben der Höfe, Probleme beim Tierschutz und der Einsatz von immer mehr Giftmitteln, Antibiotika und Industriedünger hätten die Folgen dieser Entwicklung längst vor Augen geführt. Vor diesem Hintergrund gelte es, das Steuer im Hinblick auf die Landwirtschaft herumzureißen. „Wir brauchen einen Wandel hin zu einer fairen, regionalen und zukunftsfähigen Landwirtschaft. Ein Umdenken ist möglich“, betonte Zadra.

Spitalsverpflegung als Beispiel

Die Verpflegung in Vorarlbergs Krankenhäusern zeige, dass ein Umdenken in der Praxis machbar sei. Durch die Berichterstattung in den VN über den Einsatz von billigem Fleisch und Fisch aus Fernost und Osteuropa habe der Prozess Dynamik bekommen, fuhr Zadra fort. In der Folge sei innerhalb weniger Wochen durch das Land eine ambitionierte und erfolgversprechende sieben Punkte umfassende Strategie für mehr regionale und biologische Lebensmittel in den Spitälern beschlossen worden.

Landhaus soll Vorbild werden

Laut Zadra und Bösch-Vetter sollen nun Leuchtturmprojekte initiiert und damit das Umdenken beschleunigt werden. So sollte die Landhauskantine als Vorbild vorangehen und als Schauküche im Sinne der Ökolandstrategie vorrangig saisonale Bioprodukte aus dem Land verwenden. Als Beispiel nannte Zadra die Kantine in der Fachhochschule Dornbirn: „Dort setzt die Ländle-Gastronomie zumindest beim Rindfleisch auf einhundert Prozent Biofleisch aus Vorarlberg.“ 

Mobile Küche auf dem Fahrrad

Ein weiteres Leuchtturmprojekt sehen Zadra und Bösch-Vetter im Einsatz einer Fahrradküche in Lustenau. Mit Pedalkraft könne eine solche Küche CO2-neutral an einem beliebigen Ort platziert und mit frisch geernteten Gemüsesorten eine saisonale Suppe gekocht werden.