„Wir starten mit sehr guten Voraussetzungen“

29.10.2015 • 18:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Caritas-Zivildiener Simon Spiegel wird auch künftig in der Andelsbucher Flüchtlingsunterkunft arbeiten. 
Caritas-Zivildiener Simon Spiegel wird auch künftig in der Andelsbucher Flüchtlingsunterkunft arbeiten. 

Das ehemalige Hotel Landammann in Andelsbuch ist jetzt ein Flüchtlingsquartier. 

Andelsbuch. (VN-ger) Es ist so gut wie geschafft. Die Bauhofmitarbeiter Elmar Braun und Johannes Berchtold werkeln bereits an den allerletzten Details. Ansonsten sind die Umbauarbeiten abgeschlossen, die Zimmer geputzt, die Betten, Kühlschränke und Matratzen angeliefert. Soeben ist Caritas-Zivildiener Simon Spiegel zum Aufbau der Möbel angerückt. Voraussichtlich nächste Woche können die ersten Asylwerber die neue Unterkunft in Andelsbuch beziehen. Insgesamt stehen 29 Schlafplätze zur Verfügung. 

„Gute Stube“

Die Gemeinde hat das ehemalige Hotel Landammann im Jahr 2011 gekauft. Ursprünglich sollte es als Hotel weitergeführt werden. Da es zu keinem positiven Abschluss mit Interessenten kam, wurde das Gebäude schließlich einem anderen Verwendungszweck zugeführt. Ende 2014 richtete die Offene Jugendarbeit Bregenzerwald (OJB) im vorderen Teil ihre „Gute Stube“ ein. Der hintere Teil wurde unlängst für vorerst drei Jahre an die Caritas vermietet. Das Haus in Andelsbuch ist nach Bezau das zweite größere Flüchtlingsquartier der Caritas im Bregenzerwald.

Positiver Start

Die Bevölkerung habe die Nachricht äußerst positiv aufgenommen, sagt Bürgermeister Bernhard Kleber. Zum Informationsabend in der Vorwoche kamen 250 Besucher. „Es hat eigentlich den ganzen Abend keine negative Meldung gegeben. Die Andelsbucher Bevölkerung ist sehr offen und sieht, dass mitgeholfen werden muss“, zeigt sich der Chef der 2400-Einwohner-Gemeinde zuversichtlich.

Neben einer „sehr aktiven“ Projektgruppe und den Bauhofmitarbeitern sind auch zahlreiche freiwillige Helfer für die Flüchtlinge im Einsatz.

Hilfsbereitschaft

Viele Andelsbucher stellen Kleider und Möbel zur Verfügung. Für den Reinigungsdienst konnten innerhalb kürzester Zeit 15 Frauen gefunden werden, die das ehemalige Hotel in einem Tag auf Vordermann brachten. Außerdem haben sich drei Lehrerinnen gemeldet, die vor Ort Deutschkurse anbieten wollen. „Wir starten mit sehr guten Voraussetzungen“, freut sich der Bürgermeister.

„Es wird was entstehen“

Gespannt auf die neuen Nachbarn ist man nicht zuletzt bei der Offenen Jugendarbeit Bregenzerwald. „Es wird sicher etwas entstehen“, ist Jugendkoordinatorin Agnes Hollenstein überzeugt. Unter anderem gäbe es Ideen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die ihre Talente einbringen und Projekte mit den Asylwerbern umsetzen wollen.

Die ehemaligen Gaststuben in der „Guten Stube“ werden für Veranstaltungen oder Ausstellungen genutzt. In den Kreativsuiten in den oberen Etagen stehen jungen Bregenzerwäldern darüber hinaus kleinere Räume zur Verfügung, die auch längerfristig und individuell als Fotolabor, Studio oder Nähwerkstatt genutzt werden können.

Die Andelsbucher sehen, dass mitgeholfen werden muss.

Bgm. Bernhard Kleber
Bauhofmitarbeiter Johannes Berchtold bringt die letzten Teppiche auf Vordermann.  Fotos: VN/Steurer
Bauhofmitarbeiter Johannes Berchtold bringt die letzten Teppiche auf Vordermann.  Fotos: VN/Steurer