Mehrfach Vorbestrafter klaut Schmuck, Waffen und E-Zigarette

Vorarlberg / 30.10.2015 • 22:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Drogenabhängiger beruft sich auf Unzurechnungsfähigkeit, Gutachten steht aus.

Christiane Eckert

Feldkirch. Er ist 31 Jahre alt und hat neun Vorstrafen. Die meisten wegen Drogen oder Beschaffungskriminalität. Der Mann hat nach seiner bedingten Entlassung noch sechs Monate Strafrest offen, dennoch sitzt er schon wieder auf der Anklagebank. Dieses Mal geht es um Diebstahl. Entwendet haben soll er diverse Schmuckstücke, eine Luftdruckpistole, ein Gewehr und Munition. Weiter soll er in einer Trafik eine E-Zigarette mitgenommen haben, ohne sie zu bezahlen. „Ich war nicht zurechnungsfähig“, so die Erklärung des in Strafhaft Sitzenden. Ob das so stimmt, muss aber ein ergänzendes gerichtsmedizinisches Gutachten klären.

Echt oder gespielt

In der Trafik wurden Fotos von dem Dieb gemacht. Darauf wirkt er konzentriert und orientiert. Auch der Inhaber des Geschäfts berichtet, dass sich der junge Mann erst im Raum umsah, sich dann gezielt für E-Zigaretten interessierte und schlussendlich eine auspackte. „Er las die Gebrauchsanweisung und behielt das Geschäft aufmerksam im Auge“, so der Inhaber. Schlussendlich steckte der Dieb die Zigarette ein. Und auch in diesem Fall behauptet er, dass er unter Tabletten, Drogen und Alkohol gestanden habe. Ob der Angeklagte seine Unzurechnungsfähigkeit nur vortäuscht, oder ob er wirklich nicht Herr seiner Sinne war, soll nun ein ergänzendes gerichtsmedizinisches Gutachten klären.

Chance vertan

Als der Mann ertappt und festgenommen wurde, hatte er 1,2 Promille im Blut, ob er deshalb nicht wusste, was er tat, ist fraglich. Es geht vor allem um die Wechselwirkungen von Rum, morphinhaltigen Medikamenten und Benzodiazepinen. Augenzeugen hatten zum Teil den Eindruck, dass der Mann keinen abwesenden, benommenen Eindruck machte, sondern beispielsweise darauf achtete, dass er nicht so leicht beobachtet werden konnte. Er stellte beim Eindringen in einen fremden Schuppen eine Art Sichtschutz auf.

Der mehrfach Vorbestrafte Mann hatte bereits die Chance von „Therapie statt Strafe“, doch die Bemühungen sämtlicher Sozialstellen verliefen im Sand. Nun wird es ernst. Wird er als zurechnungsfähig begutachtet, gibt es erneut eine Strafe. Der Prozess wurde vertagt.