Von Geistern und Kürbislaternen

30.10.2015 • 19:39 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im Halloweeen-Fieber: der neunjährige Ben.
Im Halloweeen-Fieber: der neunjährige Ben.

An Halloween stehen wieder gruselige Kostüme und hohle Kürbisse hoch im Kurs.

Schwarzach. (VN-tag) Heute heißt es wieder „Süßes oder Saures“. Viele Kinder und Jugendliche machen sich traditionell am Vorabend von Allerheiligen, am 31. Oktober, in schaurigen Kostümen und mit Vampirzähnen auf Süßigkeitenbeutezug durch die Nachbarschaft. Eine Tradition, die schon vor Tausenden von Jahren bei den Kelten den Abschluss des Sommers und den Beginn des Winters symbolisierte. In ihrer Mythologie kehrten an diesem Tag Verstorbene aus dem Totenreich zurück und zogen mit Geistern und Dämonen umher. Irische Einwanderer brachten den Brauch im 19. Jahrhundert schließlich in die USA. Halloween hat sich mittlerweile aber auch in Europa zu einem wahren Volksfest entwickelt.

Make-up als Verkaufsrenner

Zahlreiche Halloween-Events und Partys kurbeln das Verkaufsgeschäft im Land ordentlich an. Hierzulande profitiert nicht zuletzt der Kostümhandel vom schaurigsten Fest des Jahres. Brigitte Reichl (53) vom Kostümverleih in Dornbirn freut sich über die steigenden Verkaufszahlen vor dem Allerheiligen-Wochenende: „Das Geschäft kommt drei bis vier Tage vor Halloween so richtig in Schwung“, berichtet Reichl. Der Verkaufsschlager im Dornbirner Kostümfachhandel: gruseliges Halloween-Make-up. „Die Kunden legen heutzutage mehr Wert auf aufwendige Schminke, Narben und künstliches Blut. Da gerät das Kostüm schon fast in den Hintergrund“, erklärt die Expertin, die den Trend auf immer größer werdende Halloween-Veranstaltungen und die YouTube-Generation mit unendlich vielen Schmink-Anleitungen zum Selbermachen zurückführt.  

Kürbisschnitzen

Fehlt noch eine klassische Zutat für ein gelungenes Halloween-Fest – der Kürbis: Im Lauteracher Naturproduktehandel „Leo’s Spezialitäten“ wurde in diesem Jahr zum ersten Mal zum Kürbisschnitzen eingeladen. Dutzende Kinder waren dabei, um den Halloween-Kürbissen gruselige Gesichter zu verpassen.

Das Highlight des Nachmittags: das Schnitzen eines 250 Kilogramm schweren Riesenkürbisses, der von Familie Kalb aus Lauterach bereitgestellt wurde. Der zwölfjährige Noel hat sich diese Aktion nicht entgehen lassen. „Ich finde Halloween toll, man kann sich verkleiden und mit Freunden Spaß haben. Da gehört Kürbisschnitzen einfach dazu“, erzählt er. Auch Ben (9) hat das Halloween-Fieber gepackt. „Ich habe eine coole Kürbis-Halloween-Maske. Damit gehe ich vielleicht auch von Haus zu Haus.“

Thema Nachhaltigkeit

Ladeninhaber Leo Simma ist es ein Anliegen, mit seiner Kürbis-Aktion auch auf das Thema Nachhaltigkeit hinzuweisen. „Nach dem Schnitzen bekommen alle Kinder Kürbissamen geschenkt, die sie dann bei sich zu Hause aussähen können. Außerdem zeigen wir den Kindern, was man aus Kürbisfleisch alles herstellen kann“, erzählt Simma, der seine gelben Riesen in diesem Jahr von verschiedenen regionalen Landwirten bezog. „Aufgrund der großen Nachfrage werde ich im kommenden Jahr vermutlich selbst beginnen, Kürbisse anzubauen“, verrät Simma, der heute, Samstag, ab 10 Uhr noch einmal zum Kürbisschnitzen nach Lauterach lädt.

Wir zeigen, was man mit Kürbissen alles machen kann.

Leo Simma
Beim 250 Kilogramm schweren Riesenkürbis der Familie Kalb war Teamarbeit angesagt.
Beim 250 Kilogramm schweren Riesenkürbis der Familie Kalb war Teamarbeit angesagt.
Schaurige Kürbislaternen wurden von Simon (7) und Tobias (7) aus Hard geschnitzt.  VN/Steurer
Schaurige Kürbislaternen wurden von Simon (7) und Tobias (7) aus Hard geschnitzt. VN/Steurer