Aus Ekel: Junge Frau erfindet Vergewaltigung

01.11.2015 • 21:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Weil ihr Sexpartner sie grob behandelte, tischte die Unterländerin eine Lüge auf.

Christiane Eckert

Feldkirch. Die 26-Jährige kannte den jungen Mann von früher. Sie jobbte in einem Lokal, dort traf man sich vor rund acht Jahren das erste Mal. Via Facebook schrieben sich die beiden ein paar Mal hin und her, dann besuchte sie der Mann zu Hause. Es kam zum einvernehmlichen Sex, doch dann entwickelte sich die Situation in eine Richtung, die der jungen Frau nicht behagte. Der Betrunkene verlangte Dinge, die sie nicht wollte, demütigte sie und beschimpfte sie. Er benahm sich uncharmant und grob, schließlich warf sie den Bekannten hinaus und ging spazieren. Sie war aufgebracht, fühlte sich ausgenutzt und missbraucht.

Dem Internet anvertraut

Wieder diente das Internet der Kommunikation. Sie schrieb dort, dass sie sich ekle, sich schmutzig und schlecht fühle. Ihr sei etwas Schlimmes passiert, man habe sie zum Sex benutzt, das habe sie nie gewollt. Aus dieser Geschichte entwickelte sich dann die Story von der Vergewaltigung. Die junge Frau wollte nicht offenlegen, dass sie zunächst freiwillig mit dem jungen Mann verkehrt hatte. Es war ihr peinlich. Als dann gut gemeinte Nachfragen und Anteilnahme zunahmen, erzählte die Unterländerin, dass zwei unbekannte Männer sie vergewaltigt hätten. „Meine Mutter hatte Panik, und es war alles so unangenehm“, sagt die Beschuldigte. Martin Mitteregger verurteilt die Geständige wegen falscher Beweisaussage und Vortäuschung einer mit Strafe bedrohten Handlung zu einer unbedingten Geldstrafe von 960 Euro. „So eine Falschaussage ist keine Bagatelle“, betont Mitteregger. Schließlich seien Polizei und Gerichte auf korrekte Angaben angewiesen. Wenigstens hatte die Frau niemanden konkret verleumdet. Die junge Frau kann die Strafe in Raten bezahlen. Sie weiß, dass sie sich falsch verhalten hat, es tut ihr aufrichtig leid. Bislang ist sie noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Meine Mutter hatte Panik, und es war alles so unangenehm.

Beschuldigte