„Die Testkäufe konsequent weiterführen“

Vorarlberg / 01.11.2015 • 19:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Als Maßnahme des Jugendschutzes und der Prävention werden regelmäßig Alkoholtestkäufe durchgeführt.

Schwarzach. (VN-tag) Die Chancen, dass Minderjährige trotz gesetzlicher Altersbeschränkungen Alkohol erwerben können, stehen in Vorarlberg bei knapp 30 Prozent. Das geht aus den Ergebnissen der bisher in diesem Jahr durchgeführten Alkoholtestkäufe in den einzelnen Bezirken vor. Die Koordination erfolgt über die Kinder- und Jugendanwaltschaft, die Durchführung organisiert die Supro-Werkstatt für Suchtprophylaxe.

Seit 2004 wird in Vorarlberg „Mystery-Shopping“ als Maßnahme des Jugendschutzes und der Prävention durchgeführt. So konnte die Abgabequote im Verlauf von knapp 80 Prozent auf unter 30 Prozent gesenkt werden. Ein für Kinder- und Jugendanwalt Michael Rauch (54) gutes Ergebnis. „Mystery-Shopping bietet eine Möglichkeit, die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen zu überprüfen und den Handel sowie die Gastronomie zu sensibilisieren.“ Durchgeführt werden die Testkäufe in den Sektoren Handel und Tankstellen, bei denen minderjährige Jugendliche in verschiedenen Betrieben die Probe aufs Exempel machten.  

Schwachstelle Dornbirn

Die Alkoholtestkäufe ergaben in den Bezirken Feldkirch, Dornbirn, Bregenz, Bludenz und dem Bregenzerwald unterschiedliche Ergebnisse, das Gesamtergebnis für Vorarlberg ist allerdings im Vergleich mit den letzten Jahren ähnlich. Die Alkoholabgabe an Minderjährige liegt seit 2012 im Handel und an Tankstellen bei unter 30 Prozent. „Im Vergleich mit den anderen Bundesländern ist das ein sehr guter Wert“, erklärt Rauch. Den einzigen Ausreißer stellt der Bezirk Dornbirn dar: Dort waren jugendliche Testkäufer in acht von insgesamt 20 Verkaufsstellen erfolgreich und deckten so Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz auf. „Im letzten Quartal wird es in Dornbirn daher zu vermehrten Testeinkäufen kommen“, erklärt Rauch. Problembereiche stellen laut Rauch auch die Weihnachts- und Adventmärke dar. „Ein weiterer Fokus wird deswegen auch auf Kontrollen unterschiedlicher Märkte gelegt“, warnt der Kinder- und Jugendanwalt.

„Ergebnisse verbessern“

Nachdem der Erfolg von Testkäufen für den Jugendschutz und die Prävention seit der Initiierung im Jahr 2003 erwiesen ist, ist es für Rauch naheliegend, diese Methode auch für Tabakprodukte anzuwenden. „Die Tabakkontrollen sind stark ausbaufähig. Von der Landesregierung werden keine Mittel für eine Ausweitung von Testkäufen in diesem Bereich bereitgestellt, das bedauere ich sehr. Im Sinne eines aktiven Vollzuges des Jugendschutzes muss auch die Abgabe von Tabakprodukten regelmäßig getestet werden“, fordert der Anwalt.

Ziel sei es, die Testkäufe in Zukunft in allen Bereichen konsequent weiterzuführen, um  die inzwischen guten Ergebnisse weiter zu verbessern.

Weihnachtsmärkte werden heuer verstärkt kontrolliert.

Michael Rauch

Bilanz der Testeinkäufe

Anzahl erhalten nicht erhalten

Kontrolle Handel 81 25 (31 %) 56 (69 %)

Kontrolle Tankstelle 60 14 (23 %) 46 (77 %)

2012 2013 2014 2015

Nicht-Abgabe-Quote 72% 78% 74% 72%

Abgabe-Quote 28% 22% 26% 28%

Bezirk Anzahl Betriebe erhalten nicht erhalten

Dornbirn 20 8 (40%) 12 (60%)

Feldkirch 39 11 (28%) 28 (72%)

Bludenz 19 2 (11%) 17 (89 %)

Bregenzerwald 19 5 (26%) 14 (74 %)