1800 statt 14.000 Autos

02.11.2015 • 18:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Verkehr würde stark ansteigen, sagt Galehr. Foto: VN/Hofmeister
Verkehr würde stark ansteigen, sagt Galehr. Foto: VN/Hofmeister

Emser Verkehrskonzept funktioniert, erklärt der zuständige Planer Josef Galehr.

Hohenems. (VN-mip) Über die Verkehrsführung in der Hohenemser Innenstadt zanken sich die Parteien. Genauer: die ÖVP von Bürgermeister Richard Amann (58) mit der FPÖ von Dieter Egger (46). Heute, Dienstag, steht die nächste Stadtvertretungssitzung an. Auf der Tagesordnung: die Innenstadtgestaltung und damit ein Thema, das eng mit dem Verkehr verflochten ist. Verantwortlicher Verkehrsplaner ist Josef Galehr vom Feldkircher Ingenieurbüro „M+G“. Für ihn steht fest: Würden die zwei Fahrverbote beim Rathaus und bei der Kreuzung Harrachgasse/Marktstraße aufgehoben, wie es die FPÖ will, wäre der Verkehr zurück.

Die aktuelle Verkehrsführung ist ein Kompromiss, der in 1,5 Jahren unter allen beteiligten Personen erarbeitet wurde. Begonnen hat alles viel früher. Ende der Neunzigerjahre beschlossen die Stadtvertreter, die Autos aus der Innenstadt zu verbannen. 14.000 Stück täglich passierten damals den Stadtkern. Ein paar Jahre später stellte das Land die Umfahrung fertig. Erste Fahrverbote verhinderten die Durchfahrt in eine Richtung – was den Verkehr halbierte. Es folgten weitere Einbahnregeln, was schließlich zum aktuellen Zustand führte: „1800 Autos fahren noch durch die Innenstadt. Man kommt gut rein und etwas schwerer wieder raus. Und wie man sieht, wird derzeit viel investiert, das Verkehrskonzept wirkt also“, erklärt Galehr.

Sofortige Steigerung

Würden die aktuellen Durchfahrverbote aufgehoben, würden 70 bis 80 Prozent der früheren Automenge die Stadt passieren. Da helfe auch keine Begegnungszone. Die österreichische Forschungsgesellschaft „Straße – Schiene – Verkehr“ hat Richtlinien erarbeitet, in denen es heißt: „Mit der Einrichtung einer Begegnungszone soll nicht das Ziel verfolgt werden, den Kfz-Verkehr zu verdrängen.“ Für einen solchen Fall brauche es viel Querverkehr. Beispiel: Mariahilferstraße in Wien, dort queren Fußgänger die Straße ununterbrochen. In Hohenems nicht. Zudem wäre diese Zone 700 Meter lang. „Niemand fährt 700 Meter lang 20 Kilometer pro Stunde, wenn er nicht behindert wird“, schildert Galehr. Messungen in der Marktstraße hätten ergeben, dass rund die Hälfte der Verkehrsteilnehmer schneller als die erlaubten 30 km/h fahren.

Ausweichrouten wären nicht gänzlich zu vermeiden. Über die Schlossbergstraße würden derzeit 1400 Autos pro Tag fahren, was für eine Innenstadtstraße nicht viel sei. Früher waren es 700. Allerdings wurden neue Wohnblöcke und zwei Parkplätze gebaut – wie hoch der tatsächliche Ausweichverkehr ist, lasse sich dadurch nicht feststellen.