Disput um polizeiliche Kontrolle von Roma-Lager

Vorarlberg / 02.11.2015 • 22:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Lager der Roma in Dornbirn sorgen in letzter Zeit allgemein für angeregte Diskussionen. Foto: VOL.At/Rauch
Die Lager der Roma in Dornbirn sorgen in letzter Zeit allgemein für angeregte Diskussionen. Foto: VOL.At/Rauch

Amtshandlung in einem Roma-Zeltlager in Dornbirn sorgt für Verwirrung.

Dornbirn. Stattgefunden habe die Kontrolle am Sonntagabend. Die vier Polizisten hätten die rund 30 anwesenden Roma an der Dornbirner Ache kontrolliert und dabei mehrere Zelte zerstört, zitierte der ORF die Zeltbewohner in einem Bericht. Während der Personenkontrolle hätten die Polizisten mehrere Zeltheringe herausgerissen und Zeltstangen zerbrochen. Zwei Familien hätten für die Nacht Schutz in einer Pfarre suchen müssen.

Stadt Dornbirn dementiert

Laut einer schriftlichen Aussendung der Stadt Dornbirn seien von der Polizei lediglich die Personalien der Bewohner festgestellt worden, um einen Überblick über die aktuelle Situation zu erhalten. Der Vorwurf der zerstörten Zelte sei eine „bodenlose Unterstellung” und entspreche nicht der Wahrheit. Es seien lediglich zwei unbewohnte Zelte abgebaut, jedoch nicht zerstört worden.

Nach Amtshandlung vor Ort

Die grüne Landtagsabgeordnete Nina Tomaselli schlägt wiederum in eine andere Kerbe: „Ich kann bestätigen, dass in einem Lager von Bettlern mehrere Zelte unbewohnbar gemacht worden sind“, schreibt sie in einer Aussendung. „Alarmiert von freiwilligen Helfern war ich unmittelbar nach der Amtshandlung vor Ort und habe das Lager selber besichtigt.“

Die Abgeordnete fasst ihre Beobachtungen so zusammen: „Beim Lager unter der Brücke ostseitig standen elf Zelte. Bei vier Zelten waren die Heringe verschwunden, teilweise fehlte das Gestänge der Zeltkonstruktion. Die Zeltplanen waren nicht, wie von der Stadt Dornbirn behauptet, abgebaut worden, sondern sie lagen noch da. Auch mir gegenüber hat ein Bewohner des Zeltlagers, der des Englischen mächtig ist, die Polizei für die Zerstörungen verantwortlich gemacht.“