Führerscheinmuffel fuhr ständig Geldstrafen ein

02.11.2015 • 21:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bei der Kontrolle durch die Polizei stellte sich die Lenkerberechtigung des Beschuldigten als ungültig heraus. SymbolFoto: Hofmeister
Bei der Kontrolle durch die Polizei stellte sich die Lenkerberechtigung des Beschuldigten als ungültig heraus. SymbolFoto: Hofmeister

Fahren ohne Lenkerberechtigung kostete 25-Jährigen bisher 20.000 Euro Geldbuße.

Dornbirn. Seit wann der Unterländer „scheintot“ ist, steht bei der Verhandlung am Bezirksgericht Dornbirn nicht zur Debatte. Fest steht, dass der 25-jährige Beschuldigte sich buchstäblich zum X-ten Mal ohne Führerschein am Steuer erwischen ließ.

Bei der letzten Kontrolle hatte er zwar durchaus eine Lenkerberechtigung in der Tasche, sogar das ursprüngliche Original, allerdings mit dem Schönheitsfehler, dass der „Lappen“ schon längst nicht mehr gültig war.

Polizisten getäuscht

Die Ausstellung einer neuen Lenkerberechtigung dürfte inzwischen am akuten Geldmangel gescheitert sein. Immerhin berappte der junge Mann bisher 20.000 Euro Geldstrafe fürs illegale Lenken an die Bezirkshauptmannschaft. „Einmal waren es ein paar Hundert Euro, dann mal 1000 Euro, beim nächsten Mal 2000 Euro und so weiter …“ gesteht er Richter Frank Plasinger seine unrühmliche Liste an Verwaltungsvergehen. Diesmal jedoch ist es ein strafrechtlicher Tatbestand, der ihn vor den Kadi bringt. Er hatte versucht, mit dem ungültigen Führerschein einen Polizisten zu täuschen und hat dafür auch schon gleich so etwas wie eine Entschuldigung parat: „Ich wollte den alten Schein eigentlich schon lange aus freien Stücken abgeben. Aber ich habe es ständig vergessen. Wissen Sie, immer dieser Stress“, sagt der Beschäftigungslose.

Zwölf Tage Haft

Für das Fahren ohne Führerschein habe er sogar schon zwölf Tage in Haft sitzen müssen, beteuert der Beschuldigte weiter. Doch Gefängnis nur fürs Fahren ohne Führerschein? Mit dieser Aussage kratzt er nun doch etwas zu tief an seiner Glaubwürdigkeit. Jedenfalls veranlasst diese Behauptung den Richter, die Einvernahme kurz zu unterbrechen. Er kontaktiert telefonisch den zuständigen Sachbearbeiter der Bezirkshauptmannschaft. Der Beamte reagiert sofort, blättert im elektronischen Aktenberg und kann diese Behauptung des Angeklagten definitiv nicht bestätigen.

„Der Haftgrund muss also ein anderer gewesen sein“, weist Plasinger den Beschuldigten zurecht. Doch dem fehlen die Worte, er quittiert die Tatsache kommentarlos mit einem Schulterzucken. Ansonsten zeigt sich der 25-Jährige weitgehend geständig. Auch sein gewaltiger Schuldenberg trägt zu einem recht milden Urteil wegen versuchten Betrugs bei: Der bisher unverbesserliche Führerscheinmuffel fasst eine Geldstrafe in der Höhe von hundert Tagessätzen zu je vier Euro aus.

Mit dieser bisher vermutlich geringsten Geldbuße in seiner Laufbahn erklärt sich der Verurteilte sofort einverstanden.