Alle unter einem Dach

03.11.2015 • 17:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Eckart Drössler ist zufrieden: Die Energiekostenbilanz im Mehrgenerationenhaus passt.
Eckart Drössler ist zufrieden: Die Energiekostenbilanz im Mehrgenerationenhaus passt.

Familie in Hörbranz saniert Einfamilienhaus zum Mehrgenerationenhaus in Passivhausstandard.

Hörbranz. Das Potenzial des 1964 erbauten Einfamilienhauses in Hörbranz hat Eckart Drössler bereits bei der ersten Besichtigung 2010 erkannt. Die Bausubstanz war gut, der Kaufpreis vernünftig, die Möglichkeit für eine tiefgreifende Sanierung gegeben und die Lage optimal. Einziger Haken: „Für meine Lebensgefährtin und mich allein war das Haus schlicht zu groß“, erzählt er rückblickend.

Dass die Drösslers den Traum vom neuen Zuhause trotzdem nicht aufgeben mussten, verdankt das Paar dem tollen Familienzusammenhalt und verständnisvollen Nachbarn. Die vermeintlich einfache Lösung lag nahe: Das einstige Einfamilienhaus mit Spinnerei-Anbau wurde zum Mehrgenerationenhaus in Passivhausstandard umgebaut.

Drei Generationen

Innerhalb der Familien Thissen und Drössler ergab sich rasch, dass sowohl die Eltern als auch drei der vier Kinder von Drössler an einer Änderung ihrer Wohnsituation interessiert waren. „Ein Mehrgenerationenhaus mit abgetrennten Wohnungen schien die vernünftigste Lösung“, schildert der Experte für ökologischen Wohnbau. Gesagt, getan: Nachdem sowohl die Nachbarn als auch die Gemeinde einer Erhöhung der Baunutzungszahl und somit einer Aufstockung des Hauses zugestimmt hatten, wurde im März 2011 mit den Bauarbeiten begonnen. Aus dem einstigen Einfamilienhaus wurden insgesamt fünf separat parifizierte und getrennt zugängliche Wohnungen mit 65 bis 135 Quadratmetern Wohnfläche gezaubert. Die Eigentümer: Familienmitglieder aus drei Generationen.

Das einstige Einfamilienhaus ist heute nicht mehr wiederzuerkennen. So wurde das Satteldach entfernt, eine Wohneinheit in Stahl-Holzbauweise aufgesetzt, ein Lift eingebaut, Treppen entfernt und die Deckenöffnungen geschlossen. Überdies wurden in dem 50 Jahre alten Haus eine thermische Solaranlage mit Heizungseinbindung, eine Grundwasserwärmepumpe, sowie Fußbodenheizung und Lüftungsgeräte installiert. Die Konsequenz: Allein mit den Heizölkosten für das ursprünglich unsanierte Haus mit 382 Quadratmetern Wohn- bzw. Nutzfläche werden heute die Gesamtbetriebskosten für das Mehrgenerationenhaus mit fast 500 Quadratmetern Wohnfläche abgedeckt.

Hat sich die umfangreiche Sanierung ökonomisch gelohnt? „Ein Student der Fachhochschule Vorarlberg hat das Ganze in seiner Abschlussarbeit analysiert. Es wurde deutlich, dass unser Konzept vor allem in der Langzeitperspektive die wirtschaftlichste Variante war“, erklärt Eckart Drössler mit Verweis auf das geringe Energiekostenrisiko. Und abseits aller wirtschaftlicher Faktoren: „Es ist schön, mit der Familie in dieser Form unter einem Dach wohnen zu können.“

„Best Practice“ ist eine redaktionell unabhängige Serie der VN mit Unterstützung der Landesregierung.