Betrunkener E-Biker krachte in Radfahrerin

03.11.2015 • 21:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Ein 49-jähriger Radfahrer schaffte nach acht Bier bergab die Kurve nicht mehr.

Christiane Eckert

Feldkirch. Im April dieses Jahres machten der 49-jährige Monteur und sein 33-jähriger Bekannter in Götzis eine Radtour. Ziel war ein Berggasthof, zu dem es zunächst rund 500 Höhenmeter zu bewältigen gilt. Doch das war mit dem E-Bike kein Problem. Oben angekommen, gönnten sich die Männer eine ausgiebige Rast, die bei dem Älteren mit zirka acht Bier endete. Danach ging es gegen 17.00 Uhr wieder talwärts. Der Monteur hatte zu jenem Zeitpunkt 1,48 Promille intus. Sein ebenfalls ziemlich angetrunkener Kumpel fuhr rund zehn Meter hinter ihm.

Kurve machte Probleme

Der Weg zur Hütte ist zwar asphaltiert, dennoch bereitete bereits eine der ersten Kurven Probleme. Die Talwärtsfahrenden waren mit rund 30 km/h unterwegs. Die Strecke ist teilweise extrem steil, und der erste der beiden Ausflügler spürte, dass es bei der Kurve knapp werden würde. Zu dem Zeitpunkt fuhr eine 38-jährige „echte“ Mountainbikerin bergauf. „Ich sah den einen und wusste schon, dass der die Kurve nicht kriegt“, erzählt die Frau im Zeugenstand. Und so kam es auch.

Durch die Fliehkraft wurde der E-Biker auf die Gegenseite hinausgetragen. Es kam zur Kollision mit der Sportlerin. Sie trug etliche Prellungen und Schürfwunden davon. Außerdem musste sie wegen Verdacht auf Gehirnerschütterung einen Tag im Spital bleiben. Ihr werden von Richter Wilfried Marte knapp 2.000 Euro zugesprochen.

Auch Kumpel verletzt

Doch auch der Schweizer Bekannte wurde bei dem Unfall verletzt. Er konnte als Nachfahrender nicht so rasch bremsen und kam ebenfalls zu Sturz. Er trug sogar Knochenbrüche davon. Der Mann brach sich mehrfach das Fersenbein und humpelt heute – sechs Monate nach der Sauftour – immer noch. Seit dem Unfall ist er bis heute noch arbeitsunfähig.

„Morgen muss ich wieder nach St. Gallen ins Spital“, erzählt der Verletzte. Ob er Schmerzensgeldansprüche geltend machen wird, ist noch offen. Vorläufig wollte er seinen Bekannten nicht auch noch bedrängen. Ob dem betrunkenen Unfallverursacher der Autoführerschein abgenommen wird, ist ebenfalls noch in Schwebe. Wegen fahrlässiger Körperverletzung muss der Monteur jedenfalls 6000 Euro Strafe bezahlen. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Ich sah den einen und wusste schon, dass der die Kurve nicht kriegt.

Eine Zeugin