Zum Gedenken

Vorarlberg / 03.11.2015 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Baumeister Richard Hinteregger

Bregenz. Richard Hinteregger,­ geboren am 17. 2.1922, leitete von 1949 an 40 Jahre als geschäftsfüh-

render Gesellschafter

das traditionelle Bauunternehmen

G. Hinteregger. Seinem Vater Gebhard wurde die Konzession für das Baumeistergewerbe von der k. und k. Statthalterei für Tirol und Vorarlberg im Dezember 1914 erteilt. Nach der Volksschule in Bregenz besuchte er das Gymnasium in der Mehrerau und ab 1935 die Realschule in München. Als er im Frühjahr 1941 den Einberufungsbefehl erhielt, musste er die Staatsgewerbeschule in Innsbruck unterbrechen.

Nach zwei Jahren in Russland erkrankte er auf einer Urlaubsheimreise an einer Rippfellentzündung, ein weiterer Einsatz in Russland blieb ihm dann erspart. Ab dem Sommer 1943 wurde ihm eine Bauleitungstätigkeit für den Bau von Befestigungsanlagen in Südfrankreich übertragen. Nachdem zwei Tage vor Kriegsende das Büro in der Bregenzer Bahnhofstraße abbrannte, begann die Wiederaufnahme der Bautätigkeit in Bregenz in einer Baracke in der Heldendankstraße mit einem alten Lkw, etwas Schalmaterial und Werkzeug. Aufgrund seines großen Interesses an neuen Techniken, verbunden mit unternehmerischem Mut und Risikobereitschaft, wurden die Bauprojekte seines Unternehmens bereits in der Zeit des Wiederaufbaus richtungsweisend.

Erfolge als Baumeister

Durch seinen unermüdlichen Einsatz, verbunden mit Verlässlichkeit, erarbeitete er sich kontinuierlich das Vertrauen von öffentlichen und privaten Auftraggebern, teilweise über mehrere Jahrzehnte.

Zahlreiche Projekte

So wurden für die Vorarlberger Illwerke sowie die Vorarlberger Kraftwerke unter seiner Federführung mehrere Kraftwerke, Staudämme, Ausgleichsbecken sowie Druckstollen errichtet, wie z.B. das Lünersee -, Rodund-, Kops- und Walgaukraftwerk sowie die Kraftwerke an der Lutz und in Alberschwende. Es wurden auch Tiefbauprojekte wie die A 14 zwischen Bregenz und Götzis, ein ca. 21 km langes Entlastungsgerinne zum Hochwasserschutz an der Donau in Wien, Brückenbau, wie die rund 1,8 km lange Luegbrücke direkt vor dem Brennerpass (als Hangbrücke) und Hotelprojekte zwischen 1975 und 1990 in Ungarn und Polen realisiert.

In seiner Freizeit und seiner Pensionszeit konnte er sich neben seiner Familie für das Jagen in Damüls und in Mellau, für seine Liftbeteiligungen in Damüls sowie in Zürs und seine Bootsausflüge auf dem Bodensee begeistern. Sogar zwischen seinem 80. und 90. Lebensjahr besuchte er noch fast täglich das ab 1993 von seinem Sohn Richard übernommene Bauunternehmen. Während dieser Zeit war es auch eine mitgeschäftsführende Tätigkeit als Miteigentümer beim Hotel Martinspark in Dornbirn, die ihm sehr viel Freude bereitete. Wie in den vielen Jahren zuvor waren ihm auch in dieser Zeit noch die Anliegen und Gespräche mit sämtlichen Mitarbeitern des Unternehmens besonders wichtig.

Verdienste um die Republik

1988 erhielt er in seinem 66. Lebensjahr noch die Auszeichnung mit dem großen Ehrenzeichen für die Verdienste um die Republik Österreich.