Ein Dorf steht unter schwerem Schock

Vorarlberg / 04.11.2015 • 22:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Trauer, Betroffenheit und nagende Ungewissheit herrscht in Frastanz.

Frastanz. (VN-doh, tw) Ermittler und Feuerwehr sind inzwischen vom Unglücksort abgezogen. Die Fensterläden jenes Zimmers, aus dem die Frastanzerin in den frühen Morgenstunden von den Einsatzkräften nur mehr leblos geborgen werden konnte, sind fest verschlossen. Unter den Nachbarn herrscht große Betroffenheit und tiefe Trauer, wie bei einem Lokalaugenschein der VN deutlich wurde.

„Lebensfrohe junge Frau“

„Es ist ein Mädchen“, hatte die attraktive 28-Jährige noch vor wenigen Wochen stolz ihren Freunden mitgeteilt. Jetzt herrscht tiefe Erschütterung unter den Bürgern in der Marktgemeinde Frastanz. Insbesondere in der unmittelbaren Nachbarschaft findet man nach Bekanntwerden der Tragödie kaum Worte. Von einer „lebensfrohen und liebenswürdigen jungen Frau“ ist die Rede.

Gutes Verhältnis zur Familie

„Es ist so schrecklich“, erzählt eine Nachbarin und kämpft dabei mit den Tränen. Vor geraumer Zeit haben sich die beiden Frauen auf einem Brauereifest gesehen und fröhlich miteinander geplaudert.

Auch die neben ihr vor dem Haus sitzende Frastanzerin war mit der 28-Jährigen seit vielen Jahren persönlich bekannt. Das Verhältnis zur ganzen Familie des Opfers sei sehr gut gewesen.

„Wollen es nicht wahrhaben“

Es sei eine schreckliche Nachricht gewesen, als die Rede von einem Unglück in Frastanz die Runde gemacht hat. Als dann wenige Stunden später plötzlich von einem Verbrechen berichtet wurde, wollte es zuerst niemand wahrhaben. „Die Ungewissheit ist das Schlimmste. Wie konnte so etwas bei uns in Frastanz passieren“, meint die Nachbarin sichtlich erschüttert, wirft einen Blick auf die verschlossenen Fensterläden beim Unglückshaus und zündet sich abermals eine Zigarette an.

Ungewissheit kaum zu ertragen

In der Nähe des vermeintlichen Tatortes wohnt ein enger Freund vom Vater des Opfers. Er zeigt sich wortkarg und will über den tragischen Vorfall offenbar kaum ein Wort verlieren. In den frühen Morgenstunden sei er aus dem Schlaf gerissen worden, erzählt er. „Die Polizei muss jetzt ihre Arbeit machen und das so rasch wie möglich.“ Die Ungewissheit, ob es sich um ein Unglück oder gar um ein Gewaltverbrechen handle, sei kaum zu ertragen.

Freunde teilen tiefe Trauer

Freunde und Bekannte der 28-Jährigen haben sich noch am Mittwoch getroffen und versuchten dabei, die schrecklichen Ereignisse gemeinsam zu verarbeiten
und ihre Trauer zu teilen. Auch im Frastanzer Rathaus sitzt der Schock tief. „Eine solche Nachricht geht einem an die Nieren. Die Bürger in Frastanz sind tief betroffen von diesem Ereignis“, erklärte Gemeindechef Eugen Gabriel (61) im Gespräch mit den VN.

Nicht der erste Brandalarm

Detail am Rande: Es ist nicht das erste Mal, dass es in diesem Gebäude Brandalarm gegeben hat. Anfang der 1990er-Jahre musste die Feuerwehr einmal zur Hilfe kommen. Eine Anrainerin erinnert sich noch an den Vorfall. Die örtliche Feuerwehr hat den Brandeinsatz auch in ihrer Chronik dokumentiert.

Eine solche Schreckensnachricht geht allen an die Nieren. Die Frastanzer sind sehr betroffen.

Eugen Gabriel, Bürgermeister