Neue Bekanntschaften über die Grenzen hinweg

Vorarlberg / 04.11.2015 • 18:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Jolanda (18) und Achmed (21) zeigen auf der Weltkarte auf ihre beiden Heimatländer: Österreich und Irak. Foto: VN/ram
Jolanda (18) und Achmed (21) zeigen auf der Weltkarte auf ihre beiden Heimatländer: Österreich und Irak. Foto: VN/ram

Jugendliche aus Vorarlberg lernen im Jugendhaus Vismut gleichaltrige Flüchtlinge kennen.

dornbirn. (VN-ram) Seit insgesamt sechs Monaten ist Achmed (21) in Österreich. Der junge Flüchtling hat die beschwerliche Reise aus seinem Heimatland Irak nach Europa aufgenommen, weil er vor dem Krieg flüchten musste. Jetzt lebt er in Vorarlberg. „Es gefällt mir hier sehr gut“, erzählt der 21-Jährige. Seine Deutschkenntnisse werden immer besser, auch eine berufliche Tätigkeit hat er schon gefunden: Im Jugendhaus Vismut hilft er tatkräftig in der Fahrradwerkstatt „Blitzventil“ mit. Ins Vismut ist er auch am Dienstagabend gekommen. Er möchte noch mehr Kontakte zu gleichaltrigen jungen Menschen aus Vorarlberg knüpfen.

Die offene Jugendarbeit Dornbirn hat einen abwechslungsreichen Abend organisiert, um Flüchtlinge wie Achmed mit Gleichaltrigen aus Vorarlberg bekannt zu machen. „Ich begrüße alle jungen Menschen, die vor dem Krieg geflohen sind. Ich bin froh, dass ihr es bis hierher geschafft habt“, sagte Geschäftsführer Martin Hagen zu Beginn der Veranstaltung. „Wenn man hier wohnt, ist man ein Dornbirner. Und als Dornbirner sollte man auch Freunde haben.“

Der Einladung des Jugendhauses sind viele gefolgt, rund 30 junge Flüchtlinge aus dem Irak, Afghanistan oder Syrien trafen auf etwa 50 junge Vorarlberger aus unterschiedlichen Dornbirner Institutionen, wie etwa dem Poly, dem Bundesgymnasium oder den Jugendwerkstätten. Eine von ihnen ist die 18-jährige Jolanda. In einer lockeren Kennenlernrunde hatte sie die Möglichkeit, sich mit einigen Flüchtlingen auszutauschen. „Es war zwar laut, aber man konnte sich gut unterhalten“, erzählt sie. Arabisch- und Farsi-Übersetzer standen den Jugendlichen zur Seite, „zur Not haben wir mit dem Handy übersetzt.“

„Hat mir von Flucht erzählt“

Auch Meryem (15) aus Bregenz wird den Abend in positiver Erinnerung behalten. Sie konnte sich länger mit dem jungen Afghanen Ali (14) unterhalten. „Er hat mir viel über seine Flucht erzählt“, sagt die 15-Jährige. Ali, der in seinem Heimatland als Englisch-Übersetzer gearbeitet hat, ist seit einigen Monaten in Österreich. „Afghanistan hat viele Probleme, die Sicherheitslage ist sehr schlecht“, erzählt der 14-Jährige. Wie Achmed ist auch Ali sehr froh, in Vorarlberg zu sein.

Damit der Kontakt nicht abbricht, hat das Jugendhaus eine Facebook-Seite eingerichtet, auf der sich die Jungen austauschen können. Einige beugten sich bereits am Dienstag über ihr Smartphone und klickten auf „Gruppe beitreten“. Es wird wohl nicht das letzte Mal sein, dass sie ihre neuen Bekanntschaften getroffen haben.