Schüler versuchte Rentner mit Nacktfoto zu erpressen

04.11.2015 • 17:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

79-Jähriger hatte nach privater Sexparty mit jungen Männern Probleme.

Feldkirch. Von kursierenden Gerüchten wussten es die vier Heranwachsenden bereits. Der 79-Jährige hat regen Kontakt zu jungen Burschen und ist ihnen hin und wieder behilflich. Begleitet wird diese Hilfsbereitschaft allerdings von sexuellen Anspielungen und anderen Dingen, die sich nicht gehören. Weil sie neugierig waren, wie weit der alte Mann gehen würde, nahmen sie seine Einladung zu ihm nach Hause an. Seine Frau sei nicht daheim, habe dieser im Vorhinein deponiert und gleich zu Beginn die Vorhänge zugezogen.

Kuriose Einfälle

In der Wohnung des Betagten ging es dann offenbar „zur Sache“. „Er zog sich aus und erzählte unappetitliche Geschichten von sich und seinen Schweizer Kollegen“, schildert einer der Beschuldigten. Der Rentner habe erzählt, dass er Löcher in seine Boxershorts schneide, um für eine gesundheitsfördernde Durchlüftung zu sorgen. Das beuge Prostatakrebs vor, so seine Erklärungen. Der alte Mann habe nackt seinen Körper zur Schau gestellt. „Allein, dass er sich mit uns unterhielt, brachte ihn zur Erektion“, so einer der Jungen. Einer der Besucher, im Haus befanden sich rund zehn Gäste, machte Fotos von dem Pensionisten.

Ein 21-jähriger Schüler hielt sich für besonders geschäftstüchtig und ließ dem Gastgeber später einen Brief samt Foto zukommen. Er solle innerhalb von drei Tagen Geld „beiseitelegen“, sonst werde das Foto in der ganzen Nachbarschaft herumgezeigt und seine Frau informiert, so die Forderung. Dieser Forderung kam der Adressat jedoch nicht nach, sondern ging mit dem Brief zur Polizei. Der Rentner gab an, dass ihm an jenem Abend zahlreiche Wertgegenstände gestohlen worden wären. Dies konnte man dem ebenfalls angeklagten 17-Jährigen nicht nachweisen. Er wurde freigesprochen.

Täter und Mitwisser

Der wegen versuchter Erpressung angeklagte 21-Jährige konnte das Gericht nicht von seiner Unschuld überzeugen. Er verantwortete sich, indem er behauptete, es sei ihm nie um Geld gegangen, sondern nur darum, dass der Mann keine Jugendlichen gefährde. Verena Marschnig sprach eine Strafe von sieben Monaten bedingt plus 1200 Euro Geldstrafe aus. Für einen Freund des Möchtegernerpressers gab es ebenfalls eine Strafe, nämlich 400 Euro teilbedingt. Er hatte vom Vorhaben seines Kumpels gewusst und ihn nicht davon abgehalten. Das ist Unterlassung der Verhinderung einer mit Strafe bedrohten Handlung. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Allein, dass er sich mit uns unterhielt, brachte ihn zur Erektion.

Ein Zeuge