Das Schicksal ist nicht ihr Freund

Vorarlberg / 05.11.2015 • 21:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Auch „Ma hilft“-Patin Marlies Müller hat die kleine Florentina ins Herz geschlossen. Foto: Stiplovsek
Auch „Ma hilft“-Patin Marlies Müller hat die kleine Florentina ins Herz geschlossen. Foto: Stiplovsek

Arme kleine Florentina: Sie leidet an Epilepsie­ und hat bis zu 40 Krämpfe am Tag.

Götzis. Warum du? Mit deinem entwaffnenden Lächeln, deinem freundlich entgegengestreckten Händchen, deinem zutraulich formulierten „Mama“, mit deinem stolz präsentierten Dress des SCR-Altach-Stars Boris Prokopec, der dein Freund geworden ist: Die fünfjährige Florentina Netzer hat der Welt und ihren Nächsten nichts getan – außer jene Sympathie und Wärme herauszukitzeln, die ein fühlender Mensch einem kleinen Mädchen wie ihr reflexartig entgegenbringt.

Immer wieder Krämpfe

Florentina Netzer hat es nicht verdient, leiden zu müssen. Und dennoch muss sie das. „Sie ist Epileptikerin“, erklärt Mutter Melanie (28). Sie erklärt, was das für Florentina und auch sie bedeutet: „Florentina hat zwischen 20 und 40 Krampferscheinungen am Tag. Derzeit sind diese von geringer Intensität. Florentina hat eine gute Phase.“ Was „gut leben“ für das Kind trotzdem bedeutet, beschreibt die Mutter: „Sie ist sehr schnell müde. Es wird ihr öfters schwindlig. Aber Florentina weiß inzwischen, wie sie zu reagieren hat. Bei Schwindelanfällen legt sie sich einfach auf den Boden, wartet, bis alles vorbei ist. Wenn sie müde ist, schläft sie einfach.“ Florentina ist sehr oft müde.

Begonnen hat es, als Florentina ein halbes Jahr alt war. Die Mutter erinnert sich genau. „Ich wollte gerade duschen gehen. Plötzlich lief Florentina blau an, verkrampfte total. Es dauerte lange, bis sie endlich wieder tief Luft holte. Ich rief die Rettung. Mit dem Helikopter flog man sie zur Uni-Klinik nach Innsbruck.“ Bald ist klar: Das Mädchen leidet am sogenannten Dravet-Syndrom, eine seltene und bösartige Form von Kinderepilepsie. In der Klinik wird Florentina lange behandelt.

Am 17. Mai 2012 hat sie einen ganz schweren Unfall. Sie rutscht unterhalb einer Treppe hindurch und fällt mit dem Kopf auf eine Betonplatte. Folge: Schädel-Hirntrauma, Nasenbeinbruch. Florentina leidet an Gleichgewichtsstörungen, sie hat Probleme mit ihrer Grob- und Feinmotorik. „Sie kann sich bis heute noch nicht selbst anziehen. Sie ist auf Hilfe angewiesen“, beschreibt Melanie Netzer den Zustand ihrer Tochter, die zudem auch noch an Neurodermitis leidet. Die Mutter hat nur einige wenige Menschen in ihrem persönlichen Umfeld, die ihr Florentina gelegentlich abnehmen, sodass sie für sich etwas Erholung bekommt. „Ganz toll ist meine Schwester“, sagt Melanie Netzer. „Ich bin so froh, dass ich sie habe. Sie kann mit ihr umgehen. Was täte ich nur ohne sie?“ Dankbar ist Melanie Netzer aber auch ihrem Exmann, der sich um die Kleine kümmert, wann immer es ihm möglich ist.

„Ma hilft“-Erlagschein

Florentina jammert nicht. Sie ist dankbar, wenn es ihr etwas besser geht. „Es geht mir gut“, sagt sie zu „Ma hilft“-Patin Marlies Müller und strahlt übers ganze Gesicht. Sie denkt dabei nicht an die zahlreichen Spitalsbesuche, die ihr auf nicht absehbare Zeit nicht erspart bleiben. Diese können für sie zur Tortur werden. Wenn man zum Beispiel ihre Hirnströme misst und sie mit verkabeltem Kopf ganz ruhig liegen muss. Florentina braucht viele Medikamente. Alle zusammen hoffen sie, dass sich die Epilepsie vielleicht eines Tages auswächst. Immerhin hat die Fünfjährige längere Zeit keinen wirklich schweren Anfall mehr gehabt, keinen, der sie sogar in Lebensgefahr bringen könnte.

„Ma hilft“ möchte Florentina und ihrer alleinerziehenden Mutter sowie anderen in Not geratenen Menschen helfen. Mittels beiliegendem „Ma hilft“-Erlagschein können Sie, liebe Leser, uns dabei unterstützen.