Soja, pink und knusprig

Vorarlberg / 05.11.2015 • 21:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bei Hannes Jussel und Johannes Chemelli steht die Farbe Pink derzeit hoch im Kurs.  Foto: VN/ger
Bei Hannes Jussel und Johannes Chemelli steht die Farbe Pink derzeit hoch im Kurs. Foto: VN/ger

Zwei Bregenzer wollen mit Soja-Knusperle die Geschmacksnerven erobern.

Bregenz. (VN-ger) Als Fleisch- oder Milchersatz liegt die kleine Bohne schon lange im Trend. „Aber es gibt nichts Süßes aus Soja“, sagt Hannes Jussel. Das soll sich nun ändern. Seit September sind Jussels Schoko Knusperle „bei Interspar in ganz Österreich, in allen größeren Eurospar-Filialen und bei vielen selbstständigen Sparkaufleuten“ erhältlich. „Es ist eine Weltneuheit“, betont der Erfinder. „Bisher hat noch keiner dragiertes, knuspriges Soja entwickelt.“

1990er-Jahre

Seinen Anfang nahm alles Ende der 1990er-Jahre, als es Hannes Jussel weg von Vorarlberg nach Deutschland zog. „Ich bin hier nicht weitergekommen“, erinnert sich der heute 45-Jährige. In Berlin half der Bregenzer unter anderem im Bioladen der Mutter eines Freundes mit. „Wenn man dort arbeitet, kommt man automatisch mit Soja in Berührung“, erzählt er. Fortan ließen die Hülsenfrüchte den jungen Mann mit angefangener Kochausbildung nicht mehr los. „Es hat mich getrieben.“ Drei Jahre lang beschäftigte er sich mit der Frage, was man aus Soja machen könnte, tüftelte daran nahezu unentwegt in der Küche. „Irgendwann hat es dann ,Klick‘ gemacht. Das war im Jahr 2002“, präzisiert der Bregenzer.

Weniger erfolgreich verlief die anschließende Suche nach einer Herstellerfirma. Die eine wollte nicht, die andere konnte nicht. „Ich habe dann ein paar Jahre Ruhe gegeben.“ Vor drei Jahren unternahm Hannes Jussel schließlich einen erneuten Versuch. Mittlerweile treibt er seine Idee der Soja-Knusperle gemeinsam mit Johannes Chemelli (44) voran.

14.000 Packungen

„Wir machen alles selber“, sagt Chemelli, der auch für das Design der Verpackung verantwortlich zeichnet. „Wir wollten sie einfach halten, wie zu Großmutters Zeiten, gleichzeitig sollte sie aber auffallen“, führt er aus.

Hergestellt werden die Schokokekse von Salzburg Schokolade in Grödig. „Mit Soja aus Europa“, ergänzt der Erfinder. In einer ersten Charge wurden 14.000 Packungen ausgeliefert. „Jetzt haben wir nochmal 14.000 nachbestellt“, sagt Jussel. Nachfolgeprodukte aus Zartbitter- und weißer Schokolade sind bereits in Planung. Als No-Name sei es zwar schwierig etwas aufziehen, seinem Eifer hat dies bisher aber keinen Abbruch getan. „Die Knusperle haben viel Eiweiß, sind leicht, locker und liegen nicht im Magen“, ist Hannes Jussel Feuer und Flamme für seine Erfindung.