Ein Vogel, der seinen Namen ruft

06.11.2015 • 18:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nachtaktiv und gut getarnt: In freier Wildbahn kann man den Uhu nur selten beobachten.  Foto: VN
Nachtaktiv und gut getarnt: In freier Wildbahn kann man den Uhu nur selten beobachten. Foto: VN

Aufgrund seiner Größe wird der Uhu auch „König der Nacht“ genannt. 

Schwarzach. „Buho, buho“, „u-hu, u-hu“ hallt es durch die Nacht: Den Namen hat der Uhu seinem Ruf zu verdanken. Mit einem dumpfen „buho“ wollen die Männchen die Uhu-Weibchen auf sich aufmerksam machen. Das interessierte Weibchen antwortet darauf mit einem helleren „u-hu“. Während das Rufen der Uhus gut zu hören ist, bekommt man sie in freier Wildbahn nur selten zu sehen: Die Vögel sind nachtaktiv und brechen erst kurz nach Sonnenuntergang zu ihren Jagdflügen auf. Tagsüber verstecken sie sich in Baumkronen, Felsspalten oder Höhlen. Außerdem sind sie mit ihrem braunen Gefieder gut getarnt und können sich fast lautlos bewegen.

Am auffälligsten an den Uhus sind die großen Federbüschel an den Ohren und die großen, leuchtend orangefarbenen Augen. Weil der Uhu die größte Eule der Welt ist, wird er auch „König der Nacht“ genannt.

Beim Essen ist der Uhu nicht sehr wählerisch. Ihm schmecken Igel genauso wie Kaninchen, Vögel, Eichhörnchen oder Tauben. Er kann im Flug sogar Tiere wegtragen, die bis zu zwei Drittel seines eigenen Körpergewichts wiegen. Der Hauptanteil der Nahrung besteht jedoch aus Mäusen und Ratten.

270-Grad-Drehung

Seinen Kopf kann der Uhu um 270 Grad drehen, sodass er über beide Schultern nach hinten schauen kann. Das ist möglich, weil der Uhu, wie andere Eulen auch, 14 Halswirbel hat. Zum Vergleich: Wir Menschen haben nur sieben Halswirbel und können den Kopf um maximal 180 Grad drehen.

Die extreme Beweglichkeit des Kopfes braucht der Uhu, weil seine Augen – anders als bei anderen Vogelarten – nicht an der Seite, sondern vorne im Kopf positioniert sind. Dadurch sehen die Uhus seitlich weniger. Außerdem sind die Uhu-Augen komplett unbeweglich, da der Augapfel mit dem Schädelknochen verwachsen ist. Um das auszugleichen, müssen die Tiere den Kopf drehen. Freie Sicht nach vorn ermöglicht dem Uhu zudem der nach unten gekrümmte Schnabel.