Wo sich die Gefahren verbergen

06.11.2015 • 21:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Straßenbauabteilung und KfV ermitteln und sanieren gefährliche Unfallhäufungsstellen.

Schwarzach. Die Schmitternstraße (L 45) in Lustenau kurz vor dem Grenzübergang zur Schweiz: Hier kreuzt sich ein Radweg mit der Landesstraße. In den Jahren 2006 bis 2008 war diese Stelle Schauplatz dreier gleichartiger Unfälle. In jedem Fall war ein Radfahrer im Spiel, und in jedem Fall kam es zu einer Kollision mit motorisierten Fahrzeugen.

Drei gleichartige Unfälle innerhalb von drei Jahren also. Und damit gleichzeitig der festgesetzte Maßstab für die Vorarlberger Straßenbauabteilung und das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV), der vor Ort zum Handeln zwang. „Bei solchen Maßnahmen geht es um die Erstellung von Richtlinien und Vorschriften für den Straßenbau. Es gilt herauszufinden, wo Mängel und Fehler im betreffenden Straßenraum herrschen“, bringt es Martin Ruff von der Vorarlberger Straßenbauabteilung auf den Punkt. Waren Nässe und unzureichender Straßenbelag oder unverhältnismäßige Straßenbeleuchtung an dieser Stelle Ursachen für diese spezifische Unfallhäufigkeit? Oder doch nur menschliches Versagen in allen Fällen? Ein Kollisionsdiagramm wurde erstellt, Sichtweiten und -behinderungen für Fahrzeuglenker eruiert und Geschwindigkeiten errechnet. Das Resultat der „Diagnose“ sollte zu entscheidenden Änderungsmaßnahmen führen: Das Vorschriftszeichen „Vorrang geben“ wurde durch das Zeichen „Halt“ ersetzt. Am Schnittpunkt der Kreuzung ist eine Haltelinie aufgebracht worden. Und 50 Meter vor der Kreuzung wurde an der L 45 in Fahrtrichtung Norden das Gefahrenzeichen „Andere Gefahr“ mit den Zusatztafeln „Radwegeinmündung“ und „50 m“ angebracht.

Unfallrückgang auf null

Das war 2008 und des Pudels Kern. „Seit diesen Maßnahmen kam es an dieser Stelle zu keinen Unfällen mehr“, resümiert Martin Pfanner vom KfV Vorarlberg.

Seit zehn Jahren verfolgt ein spezielles Projekt des KfV und der Straßenbauabteilung des Landes das Ziel, sämtliche Unfallhäufungsstellen in Vorarlberg zu eruieren, zu untersuchen und zu sanieren. Je nach Dringlichkeit mit baulichen Maßnahmen oder weniger aufwendigen Mitteln wie zusätzlichen Schildern oder Bodenmarkierungen. Als Grundlage dienen unter anderem Unfallstatistiken. Aktuell im Visier steht beispielsweise der Engelkreisverkehr in Lustenau. Hier sollen Radfahrer aus dem Kreisverkehr herausgenommen werden.