Ewiger Feuerwehrmann

08.11.2015 • 18:08 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Ulrich Welte: „Ich habe Hunderte Bücher.“ Foto: VN/Paulitsch
Ulrich Welte: „Ich habe Hunderte Bücher.“ Foto: VN/Paulitsch

Er betreut weiterhin das Ressort Infrastruktur/Feuerwehrhäuser, dazu Lesen und Reisen.

Bregenz. (ee) Nach zwölfjähriger Amtszeit ging der Vorarlberger Landesfeuerwehrinspektor Ulrich Welte Ende September 2006 in den Ruhestand. In dieser Funktion stand er an der Spitze von rund 7400 ehrenamtlichen Feuerwehrmitgliedern. Welte selbst kam über Freunde 1961 zur Feuerwehr Bregenz-Stadt. „Ich bin ein Leben lang Feuerwehrmann“ erklärt Welte im Gespräch mit den VN, denn dem Feuerwehrwesen ist er auch im Ruhestand eng verbunden geblieben. Sein Nachfolger als Landesfeuerwehrinspektor, der Katastrophenhilfeexperte Hubert Vetter, hat Ulrich Welte gebeten, weiterhin das Ressort Infrastruktur, im speziellen die Feuerwehrhäuser, zu betreuen. Welte: „Dabei geht es in Zusammenarbeit mit den Gemeinden, den Feuerwehren und dem Landesfeuerwehrverband darum, bei Neubauten, Um- und Erweiterungsbauten jeweils eine Raumeinteilung zu finden, die den Feuerwehren einen möglichst optimalen Einsatzablauf ermöglicht.“

Kompromisse suchen

Dazu wird ein Raumprogramm inklusive Flächenbedarf erstellt, das den jeweiligen beauftragten Architekten als Planungsgrundlage zur Verfügung gestellt wird, bzw. bei Architektenwettbewerben in die Ausschreibungen einfließt. „Überwiegend sind es die Neubauten, die nach Architektenwettbewerben vergeben werden. In einem solchen Fall bin ich dann auch Mitglied der Jury“, so Welte weiter.

Und: „Oftmals gilt es auch, zwischen den tatsächlichen Wünschen und den gegebenen Möglichkeiten Kompromisse zu finden“, erörtert Welte, „denn auch die Grundsätze der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit müssen beachtet werden.“ Deshalb sind die Gebäude auch offen für eine Mehrfachnutzung für diverse Gemeindeeinrichtungen. Nachdem der Landesfeuerwehrverband die Aufgabe hat, die Feuerwehren bei der Verwendung der finanziellen Mittel zu beraten, befindet er auch über die Subventionswürdigkeit der betreffenden Projekte. Für die Betriebsfeuerwehren ist Welte nur beratend tätig.

Zwei Mal pro Jahr nimmt er auch an den Tagungen des Bundesfeuerwehrverbandes teil, in dem die aktuellen Richtlinien und Standards für die Feuerwehrgebäude ausgearbeitet werden.

Hunderte Bücher

„Diese Tätigkeit nimmt mich rund 25 Stunden pro Monat in Anspruch“ rechnet Welte nach. Den Rest verbringt er mit sehr viel Lesen – seine Bibliothek umfasst Hunderte von Büchern – mit dem Schwerpunkt Geschichte, Seefahrt und Mittelalter, und auf seinen Urlaubsreisen sind es vor allem Burgen, die auf dem Besichtigungsprogramm stehen. Welte ist auch Mitglied im Landesmuseumsverein.

Viel Zeit verbringt er in der Natur und mit Schwimmen. Das Radfahren kommt hingegen jetzt etwas zu kurz. „Ich war 15 Jahre in Lindau in einem Druckereibetrieb beschäftigt und bin davon 13 Jahre bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad von Bregenz hin- und hergefahren“, erinnert sich der Feuerwehrexperte, der für sein Wirken vielfach ausgezeichnet wurde.

Das Hobby Zeichnen hat er ebenfalls etwas zurückgestellt. Welte ist seit Jahren Karikaturist für die Bludenzer Faschingszeitung „Hächla“ und hat auch „Das Bregenzer Feuerwehrbuch“ teilweise geschrieben, redigiert und gestaltet. Einen hohen Stellenwert nehmen auch die jeden Monat stattfindenden Familientreffen mit den vier Geschwistern und deren Anhang ein.

Erfolgreiche Tätigkeit

Als Landesfeuerwehrinspektor setzte sich Welte besonders für die Modernisierung des Fuhrparks und der technischen Ausstattung bei den Feuerwehren ein. So wurden in seiner Ära mehr als 200 neue Löschfahrzeuge angeschafft. Zahlreiche Vorarlberger Gemeinden erhielten neue Feuerwehrhäuser. Ermöglicht wurden diese Projekte durch Investitionen von Bund, Land und Gemeinden.

„Der Funktionsübernahme ging ein ausführliches Gespräch mit dem damaligen Landesstatthalter Herbert Sausgruber voraus. Die Aufgabe hat mich voll erfasst und die Zeit als Landesfeuerwehrinspektor war zwar eine anstrengende, aber glückliche Tätigkeit“, so Welte heute im Rückblick.

Zur Person

Ulrich Welte

Geboren: 1944 in Bludenz, ab dem 9. Lebensjahr in Bregenz aufgewachsen.

Ausbildung: Gymnasium, Lehre als Typodrucker und Schriftsetzer, später Umschulung auf Offsetdruck, Abteilungsleiter Druckvorstufe

Werdegang: Tätigkeit in einem Druckereibetrieb in Lindau; Dienststelle für örtliche Sicherheit in Bregenz, Bezirksfeuerwehrinspektor; Landesfeuerwehrinspektor

Familie: verheiratet, drei Kinder, drei Enkel und zwei Urenkel

Hobbys: Lesen, Schwimmen, Zeichnen, Reisen