Grunderwerbsteuer –Schenkung in der Familie

Vorarlberg / 08.11.2015 • 18:28 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Dr. Anton Tschann
Dr. Anton Tschann

Die Grunderwerbsteuer (GrESt) bei unentgeltlichen Immobilienübertragungen innerhalb der Familie beträgt derzeit zwei Prozent vom sogenannten dreifachen Einheitswert.

Ab 1. Jänner 2016 gilt der tatsächliche Wert der Immobilie als Bemessungsgrundlage für die GrESt. Zudem gilt nicht mehr einheitlich der Steuersatz von zwei Prozent, sondern ein Stufentarif. Für die ersten 250.000 Euro beträgt der Steuersatz 0,5 Prozent, für die nächsten 150.000 Euro zwei Prozent, darüber hinaus 3,5 Prozent. Diese Steuersätze gelten bei allen Immobilienübertragungen innerhalb der Familie, seien sie entgeltlich (Kauf) oder unentgeltlich (Schenkung).

Lohnt sich eine Übertragung noch vor dem 1. Jänner 2016? Aufgrund des künftig anzuwendenden Stufentarifes für den Steuersatz kann nicht generell gesagt werden, dass jede Übertragung in der Familie künftig teurer wird. Es ist in jedem Einzelfall zu prüfen, ob eine Übertragung noch in diesem Jahr sinnvoll ist.

Beispiel: Der Vater möchte sein Haus (Wert 350.000 Euro) an seine Tochter übertragen. Der dreifache Einheitswert beträgt 50.000 Euro. Erfolgt die Übertragung noch in diesem Jahr beträgt, die GrESt 1000 Euro. Nach dem 1. Jänner 2016 fällt eine GrESt von 3250 Euro an. Bei Übertragung der Immobilie im heurigen Jahr fällt in diesem Fall also um 2250 Euro weniger GrESt an, als bei Übertragung nach dem 1. Jänner 2016.

Bei jeder Übertragung sollten nicht nur steuerliche, sondern auch erbrechtliche und pflegerechtliche (Mindestsicherungsregress!) Aspekte berücksichtigt werden.

Oft wird bei vorzeitigen Liegenschaftsübertragungen an Angehörige auch ein Wohnungsrecht vorbehalten oder ein Vorkaufsrecht oder ein Veräußerungs- und Belastungsverbot vereinbart. Die Einholung von Rechtsrat ist dringend zu empfehlen.

Dr. Anton Tschann, Rechtsanwalt in Bludenz