Schnäppchenjagd und sentimentale Zeitreise

08.11.2015 • 18:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Dornbirner Flohmarkt erlebte am Wochenende seine 44. Auflage. Wie immer kamen Tausende. Alle Fotos: VN/Philipp Steurer

Der Dornbirner Flohmarkt erlebte am Wochenende seine 44. Auflage. Wie immer kamen Tausende. Alle Fotos: VN/Philipp Steurer

Fast 25.000 Schnäppchenjäger stürmten den größten Flohmarkt Westösterreichs.

Dornbirn. Lampenschirme, Korbwaren, Nähmaschinen, Küchengeräte aller Art, Ski, Möbel, Antiquitäten, Bücher, Spielzeug, Waschmaschinen, Ziergegenstände: Die Geschichte über den großen Flohmarkt auf dem Dornbirner Messegelände könnte man als eine einzige Auflistung all jener Waren erzählen, die in den zwei Messehallen und dem 1200 Quadratmeter großen Zelt feilgeboten und auch gekauft wurden.

Für die Sinne

Aber natürlich ist ein Flohmarkt viel mehr; er ist ein Ereignis, das mehrere Sinne anregt und zum stimmigen Kompakterlebnis für alle jene wird, die sich dem Trubel der irritierenden Moderne zu entziehen suchen, um doch wieder in einem Trubel zu landen.

Einem Trubel jedoch, in den man gerne eintaucht und dabei womöglich Spuren seiner eigenen Lebensgeschichte entdeckt. „Ich befinde mich gerade auf einer sentimentalen Reise in meine eigene Vergangenheit“, gesteht Sibylle Winkler-Eckert (55) aus Ravensburg. Sie und ihr Mann haben es auf alte Spielsachen abgesehen. „Wissen Sie, wir haben Enkel, und denen wollen wir zu Hause ein ganz spezielles Spielzimmer einrichten“, erklärt die hochaktive Oma, während sie stolz ihr soeben erworbenes Kasperletheater präsentiert.

Mutter und Tochter

Zu einem exklusiven Mutter-Tochter-Ausflug nützen Inge Dingler (61) und Tochter Silke den Dornbirner Groß-Flohmarkt. Sie sind aus Wald am Arlberg nach Dornbirn gefahren. „Wir kommen jedes Jahr hierher und genießen diese spezielle Atmosphäre. Wir haben es auf Geschirr und Ziergegenstände oder einfach auf Sachen, die uns gefallen, abgesehen.“ Gerade hat Inge eine große künstliche Ficus-Pflanze für drei Euro erworben. Mit dieser im Arm ist sie auch im größten Menschengedränge jederzeit auszumachen. „Ist doch toll, oder? Die stelle ich zu Hause an einem dunklen Ort auf“, freut sich die Oberländerin über ihre frisch erstandene Vegetationsfälschung.

Elektronikfreak

Während die einen aufgeregt-ziellos die Stände inspizieren, wissen andere ganz genau, was sie wollen. Markus Denifle (31) aus Bregenz etwa. Er hat es auf alte Elektronikgeräte abgesehen. Der Flohmarktprofi ist mit seiner heutigen Ausbeute zufrieden. Alte Spielkonsolen, Walkmen, Discmen und einschlägige Literatur nennt der Labortechniker nun sein eigen. „Ich habe zu Hause eine kleine Werkstatt, wo ich diese Geräte repariere. Mir macht das Spaß“, erzählt Denifle.

Der Organisator des Dornbirner Flohmarkts, Alexander „Sunny“ Fäßler (42), beobachtet genüsslich das bunte Treiben auf „seinem“ Markt. „Wir haben uns auf dieses Wochenende sechs Wochen lang vorbereitet, haben Waren gesammelt, sortiert, poliert und platziert. 450 Mitarbeiter verkaufen die Dinge. Alle arbeiten hier ehrenamtlich. Es läuft sehr gut.“ Den großen Dornbirner Flohmarkt gab es am Wochenende bereits zum 44. Mal.

Wir haben für den Flohmarkt sechs Wochen lang Waren gesammelt, sortiert, poliert und platziert.

Alexander Fäßler
Sibylle Winkler-Eckert, 55, Ravensburgalte Spielsachen20 Euro
Sibylle
Winkler-Eckert,
55, Ravensburg

alte Spielsachen

20 Euro

Markus Denifle, 31, Bregenzalte Elektronik-Geräte100 Euro
Markus Denifle,
31, Bregenz

alte Elektronik-Geräte

100 Euro

Siegbert Magis,61,KemptenGetreidemühle,Obstpresse30 Euro
Siegbert Magis,
61,Kempten

Getreidemühle,
Obstpresse

30 Euro

Sabrina Bilgeri, 17, LauterachChristbaumschmuck2,50 Euro
Sabrina Bilgeri,
17, Lauterach

Christbaumschmuck

2,50 Euro

Johannes Schiller, 38, RavensburgBühnenrequisiten30 Euro
Johannes Schiller,
38, Ravensburg

Bühnenrequisiten

30 Euro

Inge Dingler, 61, Wald a. ArblergFikus, künstliche Zierpflanze3 Euro
Inge Dingler,
61, Wald a. Arblerg

Fikus, künstliche
Zierpflanze

3 Euro