Unter-65-Jährige: Neues Pflegemodell im Test

08.11.2015 • 20:10 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Im Pflegeheim Birkenwiese sollen sich auch jüngere Pflegebedürftige wohlfühlen. Foto: Hagen
Im Pflegeheim Birkenwiese sollen sich auch jüngere Pflegebedürftige wohlfühlen. Foto: Hagen

Dornbirn testet seit August neues Modell „U65“. Erste Erfahrungen durchaus positiv.

Dornbirn. (ha) Nicht nur Hochbetagte, sondern auch zunehmend jüngere Menschen sind auf stationäre Pflege angewiesen. Dornbirn hat nun auf die Entwicklung reagiert und richtete bereits im August im Pflegeheim Birkenwiese den Wohnbereich „U65“ ein. Die ersten Erfahrungen zeigen, dass mit dem neuen Angebot eine Lücke geschlossen werden konnte.

Für jüngere pflegebedürftige Menschen gab es bisher im Land keine passenden Wohnformen. Denn oft vermissen Unter-65-Jährige im Pflegeheim den Kontakt zu Gleichaltrigen, mit denen sie sich austauschen und auch gemeinsam etwas unternehmen können. Wenn das nicht möglich ist, bauen die jüngeren Pflegebedürftigen, die in vielen Fällen an Suchterkrankungen oder sozialpsychiatrischen Beeinträchtigungen leiden, körperlich und psychisch schneller ab, stellen die Pflegefachkräfte fest. Mit dem neuen Modell soll verstärkt auf die Bedürfnisse dieser Menschen eingegangen werden, begründet Bgm. Andrea Kaufmann (46) die Einrichtung einer neuen Abteilung mit vorerst neun Pflegeplätzen: „Angesprochen sind Bewohnerinnen und Bewohner, die den Weg zurück in die häusliche Pflege suchen oder lernen wollen, verschiedene kleine Dinge des Alltags wieder selbstständig zu erledigen.“ Die Mitarbeiter im Wohnbereich „U65“ sind speziell für ihre neuen Aufgaben geschult. Sozialstadträtin Marie Louise Hinterauer ist sich sicher, dass die Stadt mit dem Modell einen guten Weg eingeschlagen hat.