„Beim Erfahren der Umstände muss man schon schlucken“

09.11.2015 • 21:35 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 6. November 2015.
VN-Bericht vom 6. November 2015.

Tötungsdelikt in Frastanz: Pflichtverteidiger rät dem Tatverdächtigen von Aussage ab.

Vaduz, Frastanz. Der 26-jährige Dominikaner, dem das Tötungsdelikt an einer 28-jährigen, hochschwangeren Frastanzerin angelastet wird, sitzt immer noch im Landesgefängnis von Liechtenstein. Wie berichtet, verweigert der Tatverdächtige jede Aussage. Im Rahmen des Bereitschaftsdienstes wurde der Liechtensteiner Rechtsanwalt Norbert Wanker zu seinem Pflichtverteidiger bestellt. In einem Interview mit Radio Liechtenstein bestätigte der Advokat, dass er dem Untersuchungshäftling von einer Aussage abgeraten habe. Dem Verdächtigen sei die Angelegenheit in der Haftprüfungsverhandlung nicht in vollem Umfang bewusst gewesen. Er sei seit der Verhaftung völlig isoliert und stehe noch unter dem Eindruck der Verhaftung. Wanker habe bisher nur eine grobe Gelegenheit zu einer persönlichen Kommunikation mit dem Häftling gehabt. Der 26-Jährige mache einen verschlossenen Eindruck, er wirke beinahe wie „paralysiert“. Auch als Verteidiger müsse man, wenn man von den Umständen erfährt, „schon schlucken“, so der Anwalt im Interview. „Aber so leicht lassen wir das Mandat nicht fallen“, sagt Wanker.

Bevor es zu einer Auslieferung nach Österreich kommt, möchte er sich zuerst noch ein Bild von der Sachlage machen.