Das teure Brautkleid nicht bezahlt

09.11.2015 • 21:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Trauung war vor einem halben Jahr, 2200 Euro für Brautausstattung sind noch offen.

Feldkirch. (ec) Hochzeitsmessen locken, teure Kleider reizen. Die 28-Jährige ist bereits mehrfache Mutter, zurzeit ist sie wieder schwanger, die Finanzen sind eher knapp. Offenbar wollte der Brautvater seinem Kind dennoch den Wunsch nach einer Traumhochzeit erfüllen und übergab deshalb über 2000 Euro für den Kauf eines weißen Kleides mit allem Drum und Dran. Gesagt, getan. Die junge Frau suchte sich Kleid, Schleier, Strümpfe, Schuhe, Diadem und weitere Accessoires aus.

Doch bei der Bezahlung haperte es. Zwei Tage vor der Hochzeit schickte die künftige Ehefrau eine Freundin in dem Geschäft vorbei, um den Traum in Weiß abzuholen. Die Botin legte dafür einen abgestempelten Überweisungsbeleg vor, die Geschäftsinhaberin händigte die Sachen aus.

Viele Geschichten

Bereits bei der Anzahlung fangen die Ungereimtheiten an. Die Kundin konnte lediglich 50 Euro anzahlen. Sie behauptete, sie habe gerade ein Kleid gekauft und deshalb nicht mehr Bares dabei. In den sechs Monaten, die inzwischen verstrichen sind, versuchte die Geschäftsinhaberin mehrfach, ihr Geld zu bekommen, doch sie wurde immer wieder vertröstet. Die Briefe einer eingeschalteten Rechtsanwaltskanzlei habe die Angeklagte nicht bekommen, behauptet sie. „Da müsste ich jetzt erst einmal zuhause nachschauen“, meint sie locker. Sie habe den Betrag nicht bezahlt, weil sie erst abwarten wollte, rechtfertigt sie sich. Die Beschuldigte gibt an, sie habe bei der Bank das Geld überwiesen, abgestempelt und den Schein zur Bearbeitung auch eingeworfen.

Das wird nun überprüft. Nach der Aussage der Beschuldigten sei sich das Brautkleid deshalb nicht mehr ausgegangen, weil kurz zuvor Miete und Strom abgebucht worden seien, so ihre Verantwortung. Betrügen habe sie niemals wollen, so die mehrfache Mutter. Weil weitere Erhebungen bezüglich der Abbuchungen gemacht werden müssen, wurde der Prozess wegen schweren Betruges auf unbestimmte Zeit vertagt.