„Wälderdisco“ hat ein Platzproblem

Vorarlberg / 09.11.2015 • 19:03 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Heinrich Schätzer und Dominik Nenning fordern seit Anfang 2014 eine Alternative für das E-Werk ein. Foto: VN
Heinrich Schätzer und Dominik Nenning fordern seit Anfang 2014 eine Alternative für das E-Werk ein. Foto: VN

Ein Nachfolgeprojekt für das E-Werk droht derzeit an einem geeigneten Standort zu scheitern.

Andelsbuch. (VN-ger) Viel Zeit bleibt nicht mehr, dann hat die letzte Stunde für den letzten Club im Bregenzerwald geschlagen. Vermutlich Ende März 2016, nach dem Osterwochenende, fällt das E-Werk in Andelsbuch der Umfahrungsstraße und dem dazugehörigen Kreisverkehr zum Opfer.

Der Zug für einen nahtlosen Übergang ist längst abgefahren. Derzeit stellt sich vielmehr die Frage, ob den jungen Bregenzerwäldern überhaupt eine Alternative geboten werden kann. „Der einzige Fakt, der immer näher rückt, ist der Abrisstermin“, bedauert Heinrich Schätzer, Mitinitiator der Initiative „Nein zur Schließung unseres letzten Clubs im Bregenzerwald“.

Lebensqualität

Schätzer und seine Mitstreiter wehren sich seit Anfang 2014 dagegen, dass ihnen „die letzte bzw. einzige Partylocation“ und somit „ein Teil an Lebensqualität“ weggenommen wird. Hinter ihnen steht eine Facebook-Gruppe mit über 1000 Mitgliedern. „Wir erarbeiten derzeit mit einem Architekten einen Entwurf für einen neuen Club, damit wir eine Übersicht der Kosten bei einem Neubau erhalten. Das Thema Bauplatz und Finanzierung dieses Projekts sind jedoch noch offen“, erläutert Heinrich Schätzer den Stand der Dinge. Mittlerweile befasst sich zwar auch die Regio Bregenzerwald mit der Causa, doch auch sie kann bislang keine Erfolge vermelden. „Es ist ein wichtiges Thema, dessen wir uns annehmen wollen, aber es ist nicht so einfach“, sagt Annette Sohler, Bürgermeisterin von Lingenau und Regio-Vorstandsmitglied. Man habe mit dem Betreiber des E-Werks bereits sehr gute Gespräche geführt. Derzeit scheitere es schlicht und einfach daran, dass es kein verfügbares Grundstück oder Objekt an einem geeigneten Standort gäbe. Die künftige „Wälderdisco“ sollte laut Sohler sowohl vom Vorder- als auch vom Hinterwald aus gut erreichbar sein. Außerdem dürfen keine Nachbarn durch das Nachtlokal gestört werden. „Wir wären froh, wenn sich jemand meldet“, lautet ihr Appell an alle.

Anfang 2017

Anfang April erfolgte nach über 30-jähriger Planungszeit der Spatenstich für die „Nordumfahrung Bühel“ in Andelsbuch. Die Erdarbeiten sind abgeschlossen, die Tiefendrainage mit Vorlastschüttung gelegt. Derzeit befindet sich der 120 Meter lange Tunnel im Bau. Die Eröffnung der 1,8 Kilometer langen Umfahrungsstraße wird für Anfang 2017 anvisiert. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf knapp 12,3 Millionen Euro.